Artikel mit dem Tag "Mittelalter"
Im Spätmittelalter bildeten sich zahlreiche Rittergesellschaften, oft mit eigenen Zeichen und Regeln, um sich gegenseitig in Fehden zu unterstützen. Viele gerieten außer Kontrolle, bedrohten Städte und wurden von Fürsten zerschlagen. Die Fehdepraxis war brutal: Raub, Geiselnahmen, Folter und Mord waren üblich. Trotz formaler Unterschiede zwischen Adligen und Bürgern herrschte ein grausames, aber rechtlich gestütztes Gewaltregime.
Die Hanse errichtete in ganz Europa gesicherte Handelshöfe und prägte Städte wie Riga, Reval und Danzig mit deutscher Kultur. Mit starker Flotte und gemeinsamer Ordnung verteidigte sie ihre Freiheit, etwa gegen Dänemark. Der Bund beruhte auf städtischer Selbstständigkeit und wirtschaftlicher Macht. Im 16. Jahrhundert verlor die Hanse an Bedeutung, als Nationalstaaten und fremde Flotten stärker wurden und die Kontore nach und nach verschwanden.
Wer vom Lande in die Stadt kam, der fand unter den fleißigen Bürgern auch allerlei Lust. In manchen Herbergen war Essen und Trinken rühmlich. Dann waren leider die Frauenhäuser, unter strenger Aufsicht des Rates, welche zuweilen zu einer gemütlichen Vorsorge wurde und fast wie Wohlwollen aussah. Dann waren zahlreiche Badestuben, den Bürgern weit wichtiger als jetzt, mit einfacher Einrichtung, sonst ähnlich den modernen irischen Bädern. Aber sie standen nicht immer in gutem Ruf. Es gab...
Volkstümliche Auffassung des Fehderechts. Fehdebrauch. Eine Fehde zwischen Dorf und Stadt. – Fehde der Stadt mit den Schildbürtigen. Vorsichtsmaßregeln, Rüstungen. Außenhäuser. Polizei. Absage. Beutezüge. Verteilung der Beute. Gefangene. Belagerung. Pulver und Geschütze. Batterien. Städtebünde und ungünstige Stellung der Städte beim Vergleich. – Die Rittermäßigen als Fehder. Raubgeschäfte. Haß gegen die Städter. Die Gesellen des Fehders. Die Reisen. Harte Behandlung der Gefangenen.
Eigentümliches des 14. und 15. Jahrhunderts. Das Leben in der Genossenschaft, Wachstum der Städte, Ritterbürtige und Kaufleute. – Handwerker und Innungen. – Das Aussehen einer größeren Stadt um 1300. Umgebung. Das Stadtvieh. Das Pflaster, Wasser, die Straßen, Kirchen, Schulen und Rathaus, Glocken und Uhren. – Ein Markttag. Die Arbeit der Handwerker. Frachtwagen. Gäste und Gastspenden. Die Bäder. Die Ritterbürtigen vom Lande. – Das Leben im Hause, Kleidung, Speise und Trank.
Die Armbrust, die wichtigste Schußwaffe im Mittelalter, ist auch schon im Altertum bekannt gewesen. Vermutlich kam sie auf Handelswegen aus dem chinesischen Reich in die römische Kolonie von Südfrankreich. Wir finden sie dort in zwei verschiedenen Formen auf Grabdenkmälern abgebildet. Meine Zeichnung gibt die Figur auf einem dieser Grabdenkmäler wieder. Den Römern war auch noch eine besonders große Art der Armbrust bekannt, deren Sehne man nur dadurch spannen konnte, daß man sich mit...
Ehe man die hochexplosiblen Sprengstoffe kannte, spielte die Petarde, die man auf feindliche Schiffe fallen ließ, im Kriegswesen eine Rolle. Da wir heute aus Luftfahrzeugen wieder den Feind „von oben her“ bekämpfen, interessiert es, etwas von jenen alten, eigenartigen Fallgeschossen zu hören. Anna Komnena, die gelehrte Tochter des byzantinischen Kaisers Alexios I., berichtet uns, daß die Seeschlacht vor Durazzo im Jahre 1081 durch die Venetianer dadurch entschieden wurde, daß man einen...
Von Wendelin Boeheim. Im Gebiet des Waffenwesens ist die Meistermarke eine Erscheinung, welche erst von der Periode der Renaissance an datiert. Im Mittelalter erschien jedes menschliche Werk als ein Ausfluss der göttlichen Macht, vor der jede schaffende Persönlichkeit in ein Nichts versank. Erst mit dem 15. Jahrhundert trat der Mensch mit seinem Werk hervor und von da an wagt es der Meister, den Stolz auf seine Leistung zu äußern und sein Werk mit anfänglich geheimnisvollen und religiösen...
Ritter des Heiligen Geistes brechen zu den Kreuzzügen auf. Diese Reise wurde nie unternommen; die Ritter wurden jedoch angewiesen, sich für den Fall ihrer Abreise in Rom bereitzuhalten. Der Künstler skizziert alle Vorbereitungen für die Einschiffung. Die Kreuzfahrer zu Pferd tragen den Bogen auf ihren Brustpanzern; die sie erwartenden Schiffe sind mit Bannern geschmückt, auf denen die Wappen des Papstes, des Königs von Frankreichs, Englands, Anjou-Siziliens, Tarents usw. prangen. Nach...
Arabische Eroberung des Heiligen Landes. – Pilgeransturm im Jahr 1000. – Türkische Invasion in Judäa. – Christenverfolgung. – Papst Silvester II. – Feldzug der Pisaner und Genueser. – Petrus der Einsiedler. – Brief des Patriarchen Simeon an Papst Urban II. – Erster Kreuzzug. – Feldzug des „Gautier sans Avoir“. – Godefroy de Bouillon. – Das Königreich Jerusalem. – Zweiter Kreuzzug. – St. Bernhard. – Dritter Kreuzzug: Philipp August und Richard Löwenherz. –...