Da, wo die letzten Höhenzüge des Thüringer Waldes auf der fränkischen Seite zum Main hinabfallen, lag über dem Tal der Itz die Schauenburg auf einem Hügel, der weiten Ausblick in die Landschaft gewährte. Das feste Haus, schon um das Jahr 1000 erwähnt, stand seit dem 13. Jahrhundert im Besitz eines weitverzweigten Geschlechts. Die Schauenburger waren Ministerialen des Reiches und stolze Lehnsleute des Bistums Bamberg; es erging ihnen, wie vielen aufstrebenden Familien: Sie waren nahe...
Verfall der höfischen Zucht. Allmähliche Erhebung des niedern Adels. Die Ritterwürde. Ritterschlag am Heiligen Grabe. – Erziehung des adligen Knaben am Fürstenhofe. Reise in die Fremde. Frauendienst. Die Burgfrauen als Gleichberechtigte. Turnierkränzchen und Gesellschaften. – Die Schauenburge im Itztal. Bericht des Wilibald von Schauenburg über seine ritterlichen Fahrten.
Wer heute durch abgelegene Waldwege, alte Handelsstraßen oder kleine Dörfer in Deutschland wandert, entdeckt manchmal unscheinbare steinerne Kreuze am Wegesrand. Oft sind sie verwittert, schief im Boden versunken oder mit Moos bedeckt. Viele Menschen gehen achtlos an ihnen vorbei, ohne ihre Bedeutung zu kennen. Doch diese sogenannten Sühnekreuze gehören zu den faszinierendsten Relikten des Mittelalters. Sie erzählen Geschichten von Gewalt, Reue, Rechtsprechung und Glauben – und sie sind...
Die christliche Symbolik, die die ersten Schritte des Novizen verfolgte hatte, begleitete und umgab ihn in der einen oder anderen Form während seiner gesamten ritterlichen Laufbahn. Sie war sogar an seiner Bestrafung und Degradierung beteiligt, wenn er sein Gelübde brach oder seine Ehre einbüßte. Nur mit seinem Hemd bekleidet, wurde er auf einem Schafott zur Schau gestellt, seine Rüstung wurde ihm abgenommen, vor seinen Augen zerbrochen und ihm vor die Füße geworfen, während seine...
Das Wort Ritterlichkeit drückt nach M. Philarète Chasles, dessen scharfsinnige Ansichten wir oft übernehmen, eine Mischung von Sitten, Vorstellungen und Gebräuchen aus, die dem europäischen Mittelalter eigen sind und zu denen in den Annalen der Menschheit keine Analogie zu finden ist.