Soldaten aus dem 10. Jahrhundert nach Darstellungen in einem Psalterium, welches sich in der königlichen Bibliothek zu Stuttgart befindet. Die obere Abbildung stellt den Absalon dar, wie er seinen Vater David verfolgt, sie wurde an dem dritten Psalm angebracht. Dass die Einzelheiten jener alten, gleichwohl rohen Darstellungen ihre Begründung naben, ersehen wir bei Vergleichung der Lanzenform dieses Reiters mit jener auf Tafel 2. Bei den Helmen nach Römerart ist zu bemerken, dafs zwei davon...
Schwert und Lanze aus dem 8. bis 9. Jahrhundert. A ein Schwert, welches bei Speyer gefunden und von dem Fürsten Metternich dem römisch-germanischen Museum zu Mainz geschenkt wurde. Wir geben hier den oberen Teil und von der Klinge, des Raumes wegen, nur die Spitze. Die beträchtliche Gröfse zeigt der beigefügte Mafsstab; die Klinge beträgt in ihrer Länge 83 cm. In diesem Exemplare sehen wir den seltenen Überrest des Schwertes eines Vornehmen, über deren häufiges Vorkommen im frühen...
ABC einzelne Figuren aus der Pergamenthandschrift in der Hof- und Staatsbibliothek zu München, die das bekannte «Wessobrunner Gebet» enthält. Wenn diese Zeichnungen auch selbst nach dem noch niederen Standpunkte der Kunst jener Periode roh und unbeholfen sind, so sind sie doch für uns deshalb wertvoll, weil sie uns die damalige Tracht und Bewaffnung zeigen. Neben den Bewaffneten B erscheint hier die Kaiserin Helena. D und E sind Teile aus den Pergamentmalereien des «Psalterium aureum» in...
Von A. Meyer, Oberleutnant im Kgl. Sächs. Infanterie-Regiment No. 178. In einem Buch über Artilleriewissenschaft vom Jahr 17681 finde ich die Beschreibung zweier Apparate zum Messen der Anfangsgeschwindigkeit für Gewehr und Geschütz. Ich vermute, dass weder das Buch, trotz des bekannten Namens des Übersetzers, noch die Apparate so allgemein bekannt sind, dass eine Besprechung darüber unnütz wäre, und erlaube mir daher die nachfolgende Skizze über den Gegenstand. Da ich weder in...
Wer von den Geschützen des Altertums sprechen will, muß zwei verschiedene Konstruktionsarten scharf voneinander trennen: Standarmbruste und Torsionsgeschütze. Die Armbrust ist eine Verbesserung des Bogens unserer steinzeitlichen Vorfahren, einer Waffe, die mindestens schon 25.000 Jahre vor Christus bekannt war. Die Führung des Pfeiles geschieht bei der Armbrust durch eine besondere Bahn, und die Sehne wird von einem Mechanismus bis zum Augenblick des Schusses gespannt erhalten....
Fontana ist auch der erste, der uns die heute so gefürchtete Torpedowaffe im Bilde zeigt. Wir erkennen ein kleines, spitziges Fahrzeug, ringsherum geschlossen und mit zwei, nach hinten hinausragenden Seitensteuern versehen. Zwischen diesen sitzt eine Öse, an die ein Seil mit einem nachschwimmenden Mittelsteuer geknüpft wird. Das Fahrzeug ist vorn mit einem langen, spitzen Widerhaken versehen, und in seinem Innern mit Schießpulver gefüllt. Um es bei seiner geheimnisvollen Annäherung dem...
Artikel: Mitteilungen aus der Renaissance-Abteilung der Kaiserlichen Eremitage zu St. Petersburg Aus dem Nachlass des Großfürsten Michael Pawlowitsch im Jahre 1866 überkommen und in das Inventar des Arsenals von Tsarskoje-Selo unter J. 615 eingetragen ist eine interessante Schallern, deren Vorder- und Seitenansicht die beistehenden Abbildungen Fig. 1 und 2 zeigen. Die Glocke mit niedrigem Kamm, aus einem Stück getrieben, ist 22 cm hoch, in der Längsachse 21 cm, im Querdurchschnitt 17,5 cm...
Artikel: Mitteilungen aus der Renaissance-Abteilung der Kaiserlichen Eremitage zu St. Petersburg Von Staatsrat Eduard von Lenz. Landsknechtsharnisch, blank mit geätzten Rändern, des Nürnberger Plattners Valentin Siebenbürger, in Form und Auszierung ganz ähnlich dem Harnisch des Conrad Bemelberg desselben Meisters.1 Das nicht zugehörige Beinzeug ist an der Figurine belassen, da der Verfertiger vielleicht mit Siebenbürger zusammengearbeitet, jedenfalls aber zu ihm in näherer Beziehung...
Artikel: Mitteilungen aus der Renaissance-Abteilung der Kaiserlichen Eremitage zu St. Petersburg Von Staatsrat Eduard von Lenz. Die Waffensammlung des Arsenals von Zarskoe Selo verdankt ihre reiche Entfaltung in erster Linie dem im besten Sinne des Wortes «ritterlichen» Geist des Kaisers Nikolaus I., dessen hervorragend konservativer, kriegerischer und zugleich romantischer Sinn in einer stark ausgesprochenen Freude an schönen Waffen der Vorzeit seinen natürlichen Ausdruck fand. Selbst...
Von Oberst a. D. Thierbach. Eigentümlich ist es, dass das angeblich im Jahr 1517 von Johann Kiefuss in Nürnberg oder Wien erfundene Radschloss vorzugsweise in Deutschland hergestellt worden ist. Nur einzelne derselben, und zwar meist in reich verzierter Arbeit, sind in Italien (Lazzarino Cominazzo) und Frankreich (Daubigny) in der Mitte des 17. Jahrhundert verfertigt worden. In Spanien hatte man sich dem nach diesem Land benannten Stein-Schnappschloss zugewendet, welches fast zu gleicher Zeit...