Artikel mit dem Tag "Waffenkunde"
Schwert und Lanze aus dem 8. bis 9. Jahrhundert. A ein Schwert, welches bei Speyer gefunden und von dem Fürsten Metternich dem römisch-germanischen Museum zu Mainz geschenkt wurde. Wir geben hier den oberen Teil und von der Klinge, des Raumes wegen, nur die Spitze. Die beträchtliche Gröfse zeigt der beigefügte Mafsstab; die Klinge beträgt in ihrer Länge 83 cm. In diesem Exemplare sehen wir den seltenen Überrest des Schwertes eines Vornehmen, über deren häufiges Vorkommen im frühen...
ABC einzelne Figuren aus der Pergamenthandschrift in der Hof- und Staatsbibliothek zu München, die das bekannte «Wessobrunner Gebet» enthält. Wenn diese Zeichnungen auch selbst nach dem noch niederen Standpunkte der Kunst jener Periode roh und unbeholfen sind, so sind sie doch für uns deshalb wertvoll, weil sie uns die damalige Tracht und Bewaffnung zeigen. Neben den Bewaffneten B erscheint hier die Kaiserin Helena. D und E sind Teile aus den Pergamentmalereien des «Psalterium aureum» in...
Von Erich Freiherrn von Hausen. In wie naher Beziehung die Heraldik zum Waffenwesen steht, ist hinlänglich bekannt. In den ältesten Zeiten schon wurden Schutz- und Trutzwaffen — vor allem der ritterliche Schild und dann auch der Helm — mit bestimmten Abzeichen oder Figuren bemalt. Bald ward anstelle der Helmbemalung die Helmzier (Kleinod oder Zimier) auf den Helm gesetzt, und während der Kreuzzüge trat auch noch der Helmhang — anfänglich nur ein einfacher Schleier gegen die glühende...
Wer von den Geschützen des Altertums sprechen will, muß zwei verschiedene Konstruktionsarten scharf voneinander trennen: Standarmbruste und Torsionsgeschütze. Die Armbrust ist eine Verbesserung des Bogens unserer steinzeitlichen Vorfahren, einer Waffe, die mindestens schon 25.000 Jahre vor Christus bekannt war. Die Führung des Pfeiles geschieht bei der Armbrust durch eine besondere Bahn, und die Sehne wird von einem Mechanismus bis zum Augenblick des Schusses gespannt erhalten....
Artikel: Mitteilungen aus der Renaissance-Abteilung der Kaiserlichen Eremitage zu St. Petersburg Von Staatsrat Eduard von Lenz. Landsknechtsharnisch, blank mit geätzten Rändern, des Nürnberger Plattners Valentin Siebenbürger, in Form und Auszierung ganz ähnlich dem Harnisch des Conrad Bemelberg desselben Meisters.1 Das nicht zugehörige Beinzeug ist an der Figurine belassen, da der Verfertiger vielleicht mit Siebenbürger zusammengearbeitet, jedenfalls aber zu ihm in näherer Beziehung...
Von Wendelin Boeheim. (Fortsetzung.) Bei den über den Dorn geschmiedeten eisernen Hakenbüchsenläufen des 15. Jahrhunderts finden sich die ältesten derlei Marken. Sie stellen selten Buchstaben, sondern meist Wappenschild, Herzen, Pfeile u. dgl. dar, welche tief ins Gesenk geschlagen sind. Zunächst, um 1500, traten die zwar geschmiedeten, aber gebohrten Läufe auf, mit ihnen aber häufig schon die Marken einer behördlichen Beschau. So treffen wir bei Nürnberger Läufen das N, bei...
Artikel: Mitteilungen aus der Renaissance-Abteilung der Kaiserlichen Eremitage zu St. Petersburg Von Staatsrat Eduard von Lenz. Die Waffensammlung des Arsenals von Zarskoe Selo verdankt ihre reiche Entfaltung in erster Linie dem im besten Sinne des Wortes «ritterlichen» Geist des Kaisers Nikolaus I., dessen hervorragend konservativer, kriegerischer und zugleich romantischer Sinn in einer stark ausgesprochenen Freude an schönen Waffen der Vorzeit seinen natürlichen Ausdruck fand. Selbst...
Von Wendelin Boeheim. Im Gebiet des Waffenwesens ist die Meistermarke eine Erscheinung, welche erst von der Periode der Renaissance an datiert. Im Mittelalter erschien jedes menschliche Werk als ein Ausfluss der göttlichen Macht, vor der jede schaffende Persönlichkeit in ein Nichts versank. Erst mit dem 15. Jahrhundert trat der Mensch mit seinem Werk hervor und von da an wagt es der Meister, den Stolz auf seine Leistung zu äußern und sein Werk mit anfänglich geheimnisvollen und religiösen...
Herbe Verluste hat in den letzten Monaten unser Verein erlitten. Zu der noch jungen Trauer um Max Jähns gesellte sich bald die um Wendelin Boeheim. Zwei der Besten sind uns in ihnen entrissen worden, und der Verein wird nun sehen müssen, wie er ohne sie fertig werden wird. Gewiss wird das nicht leicht sein. Denn beide Männer sind jeder in seiner besonderen Art unersetzlich. Aber schon ist die historische Waffenkunde stark genug geworden, um ihren Platz unter den geschichtlichen...
Es wird fast allgemein angenommen, dass zu den Einlagen in die Schäfte der Gewehre und Faustrohre, in die Säulen der Armbrüste, Schnepper usw. hauptsächlich Elfenbein Verwendung gefunden habe. Auch in den neuesten Katalogen und Führern durch größere Waffensammlungen ist an dieser Annahme festgehalten worden. Sie beruht indes auf einem Irrtum. Denn die Einlagen, welche als «graviertes Elfenbein» bezeichnet werden, bestehen mit wenigen Ausnahmen aus Hirschhorn. Dieses Material hat vor...