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Aristomenes' Flucht

Obwohl die Spartaner glaubten, Aristomenes sei tot, täuschten sie sich gewaltig. Wie durch ein Wunder war er nicht gegen einen der scharfen Felsen geprallt, sondern war auf den Leichenhaufen seiner Gefährten gefallen und hatte unverletzt den Grund der Keadas erreicht.

Offenbar gab es keinen anderen Ausweg aus der Grube als die Öffnung oben, durch die man einen kleinen Streifen Himmel erblicken konnte. Doch Aristomenes stellte bald fest, dass die Wände so steil waren, dass es unmöglich war, diese Öffnung zu erreichen. Also entfernte er sich vom Leichenhaufen und setzte sich an diesem kalten, feuchten und dunklen Ort auf einen Stein. Dort zog er seinen Mantel über den Kopf und wartete geduldig darauf, dass er verhungern würde. Drei Tage hatte er so an diesem Ort verbracht, als seine Kräfte schon stark nachließen, als er plötzlich den warmen Atem eines Tieres auf seiner Hand spürte.

Vorsichtig zog Aristomenes seinen Mantel beiseite und, als sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, erkannte er schemenhaft einen Fuchs, der vorsichtig an seinen Kleidern schnüffelte.

Aristomenes wickelte seinen Mantel um die Hand, um sich vor den scharfen Zähnen des Fuchses zu schützen, und packte das Tier fest am Schwanz. Trotz aller Fluchtversuche hielt er es fest, und als es versuchte, sich zu befreien, folgte er ihm beharrlich.

Wie er sich schnell ausrechnete, kannte der Fuchs einen Ausweg aus diesem düsteren Ort. Der Fuchs schlüpfte durch ein kleines Loch, und Aristomenes, der nun einen Funken Hoffnung in seinem Inneren spürte, ließ das Tier frei. Mit Hilfe eines scharfen Steins erweiterte er das Loch so weit, dass er hindurchkriechen konnte. Dann eilte er zurück zu den Messeniern.

Die Freude der Messenier war grenzenlos, als sie ihren geliebten Anführer, den sie für tot gehalten hatten, lebendig wiedersahen. Sie pflegten ihn liebevoll, bis er wieder zu Kräften kam. Immer wieder hörten sie fasziniert die Erzählung von seinem Sturz, seiner Gefangenschaft und seiner erstaunlichen Flucht. Als Aristomenes schließlich vorschlug, sie erneut gegen die Spartaner zu führen, versprachen sie ihm ohne Zögern ihre volle Unterstützung.

Trotz des ganzen Mutes, den Aristomenes zeigte, fiel Messenien schließlich in die Hände der Spartaner, und der Zweite Messenische Krieg ging zu Ende. Alle, die der Sklaverei oder dem Tod entkommen wollten, verließen ihre Heimat und begaben sich nach Italien oder Sizilien, wo sie griechische Kolonien gründeten.

Die Städte, die sie dort errichteten, wurden schnell sehr mächtig, und eine von ihnen nannten sie „Mesina“ zu Ehren ihrer Heimat. Diese Stadt existiert noch heute, wie Sie auf den Karten sehen können; und in ihrer Nähe befindet sich die gleichnamige Meerenge, die Sizilien von Italien trennt.