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Bürgerkrieg in Syrakus

Als Dion von Dionysios aus Syrakus verbannt wurde, ging er nach Griechenland. Doch dort fand er keinen Frieden, denn er litt sehr darunter, seine geliebte Frau und sein Kind nicht sehen zu können.

Als er schließlich erfuhr, dass der Tyrann seine Frau gezwungen hatte, einen anderen Mann zu heiraten, schwor er, Dionysios für dieses Unrecht zu bestrafen. Platon versuchte vergeblich, ihn von einer Rückkehr nach Syrakus abzuhalten. Doch Dion hörte nicht auf seinen Rat. Entschlossen segelte er mit einem kleinen Heer los.

Er landete mutig in Syrakus, obwohl er verbannt war, und wurde von allen, die des Tyrannen überdrüssig waren, mit großer Freude empfangen. Als er erklärte, er sei gekommen, um Dionysios zu bestrafen, schlossen sich ihm viele an und marschierten mit ihm zum Palast.

Da Dionysios sich zu dieser Zeit außerhalb der Stadt befand, gelangten sie ohne Widerstand in die königliche Residenz. Die wenigen verbliebenen Anhänger des Tyrannen flohen in Panik und suchten Zuflucht in der Zitadelle.

Als Dionysios später in die Stadt zurückkehrte, fand er den Hafen durch eine schwere Kette blockiert, die über die Einfahrt gespannt war, um Schiffe fernzuhalten. Er musste sich in die Zitadelle zurückziehen, wo ihn die aufgebrachten Syrakusaner belagerten.

Dion hatte viele Freunde, und da jeder wusste, dass er aufrichtig und wohlmeinend war, kämpfte das Volk zunächst geschlossen an seiner Seite. Doch Dion war streng mit sich selbst – und ebenso streng mit anderen. Er verlangte von seinen Mitbürgern dieselbe Disziplin und Tugend, die er sich selbst auferlegte. Bald wurden die Menschen seiner harten Herrschaft müde.

Obwohl er die Guten stets belohnte, bestrafte er die Bösen mit solcher Strenge, dass er sich viele Feinde machte. Einer von ihnen war der Höfling Heraklides. Anstatt seine Feindschaft offen zu zeigen, begann er im Geheimen gegen Dion zu intrigieren.

Währenddessen war Dionysios in der Zitadelle dem Hungertod nahe. Die Syrakusaner fürchteten seine Flucht und hatten die Festung mit einer Mauer umgeben. Tag und Nacht bewachten sie jeden Zugang, damit niemand hinein- oder hinausgelangte und keine Lebensmittel eingeschmuggelt werden konnten.