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Der Frieden des Antalkidas

Die Athener hegten seit jeher große Feindseligkeit gegenüber den Spartanern und warteten nur auf einen Anlass, um erneut den Krieg zu beginnen. Daher nahmen sie das Bestechungsgeld des Artaxerxes nur zu bereitwillig an und erhielten zehntausend persische Münzen, die jeweils das Bild eines Bogenschützen trugen.

Als die spartanischen Ephoren von dem Abfall Athens erfuhren, sandten sie sofort eine Botschaft an Agesilaos mit der Aufforderung, nach Griechenland zurückzukehren. Der spartanische König stand zu diesem Zeitpunkt kurz davor, den Persern einen entscheidenden Schlag zu versetzen, musste sich jedoch dem Befehl fügen.

Beim Aufbruch äußerte er trocken: „Ich hätte das gesamte persische Heer besiegen können – und doch haben mich zehntausend Bogenschützen aus Persien gezwungen, meine Pläne aufzugeben.“

Auch die Thebaner hatten sich dem Aufstand der Athener angeschlossen, weshalb Agesilaos ihnen mit besonderer Erbitterung begegnete. Er rüstete sich entschlossen zum Krieg und traf bei Koroneia auf die vereinten Streitkräfte der Athener und Thebaner, die er in einer entscheidenden Schlacht besiegte.

Währenddessen hatten sich die Athener mit den Persern verbündet und die erhaltenen Gelder genutzt, um ihre Befestigungen auszubauen und – wie bereits erwähnt – die Langen Mauern zu vollenden, die zehn Jahre zuvor von den Spartanern zerstört worden waren.

Bald darauf griffen sämtliche griechischen Städte erneut zu den Waffen und stellten sich entweder auf die Seite Athens oder Spartas. Der Krieg zog sich weiter hin, bis allgemeine Erschöpfung eintrat. Überall herrschten Misstrauen und Rivalität, und selbst der Ruhm des Agesilaos wurde von vielen beneidet.

Sein entschiedenster Gegner war der Spartaner Antalkidas, der aus Sorge, weitere Feldzüge würden die Popularität Agesilaos’ nur noch steigern, schließlich selbst auf Frieden drängte. Da die Griechen des langen Krieges überdrüssig waren, wurde Antalkidas nach Asien entsandt, um mit den Persern einen Vertrag auszuhandeln.

Getrieben von seiner Abneigung gegen Agesilaos, ging Antalkidas weit auf die Forderungen der Perser ein und unterzeichnete schließlich einen demütigenden Frieden. In diesem Vertrag wurden die griechischen Städte in Kleinasien sowie die Insel Zypern dem persischen König überlassen. Die übrigen griechischen Städte sollten als unabhängig gelten, wodurch Sparta einen erheblichen Teil seines Einflusses verlor.

Dieser Vertrag wurde als Schmach empfunden und ging in die Geschichte ein unter dem Namen desjenigen, der ihn aus persönlicher Verbitterung unterzeichnet hatte.