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Der Krieg der zwei Liga

Die Heere der Achäer und Makedonen trafen bei Sellasia in Lakonien auf die Spartaner. Diese erlitten eine vernichtende Niederlage, und Sparta fiel in die Hände des Feindes. Antigonos war so stolz auf seinen Sieg, dass ihm beim Erhalt der Nachricht ein Blutgefäß platzte; kurz darauf starb er.

Doch bevor er die Augen schloss, hatte er noch die Genugtuung, Kleomenes aus Griechenland vertrieben zu haben. Der junge König floh nach Ägypten und stürzte sich – nachdem er seine Kinder getötet hatte – lieber ins Schwert, als ein Sklave zu werden. Trotz der Warnungen von Aratos, der erst jetzt erkannte, dass die Makedonen nur deshalb auf den Peloponnes gekommen waren, um dort selbst die Herrschaft zu übernehmen, wurden nun in vielen griechischen Städten erneut Tyrannen geduldet.

Aratos begriff die Tragweite seines Fehlers. Er sah, dass all seine Bemühungen vergeblich gewesen waren und dass Griechenland durch seine eigene Unbesonnenheit nie wieder frei sein würde. In seiner Verzweiflung verlor er jede Zuversicht – er wusste nicht, wie er den angerichteten Schaden wiedergutmachen sollte.

Die Ätolier wurden nun zu Kämpfern für die Freiheit und zogen gegen die Achäer, die sie besiegten. In ihrer Not baten die Achäer erneut die Makedonen um Hilfe und ersuchten sie, Truppen nach Griechenland zu schicken.

Der folgende Konflikt ist als Krieg der Zwei Bünde bekannt und dauerte einige Zeit. Anfangs überließ der makedonische König die Führung Aratos und folgte seinen Anweisungen. Doch bald wurde er dieser untergeordneten Rolle überdrüssig, vergiftete Aratos und übernahm selbst die Leitung des Bündnisses.

Als die Spartaner und Ätolier, die sich inzwischen verbündet hatten, erkannten, dass Achäer und Makedonen ihnen wohl überlegen sein würden, suchten auch sie nach Verbündeten. Als sie vom wachsenden Ruhm der Stadt Rom hörten, baten sie schließlich dort um Unterstützung.

Die Römer dehnten zu dieser Zeit ihr Territorium rasch aus und strebten nach Vorherrschaft. Da die Makedonen bereits ihre Feinde waren, halfen sie den Spartanern nur zu gern. Sie eilten herbei, setzten die Schiffe der Achäer und Makedonen in Brand und schlugen deren Heere so vernichtend, dass Philipp um Frieden bitten und seinen Sohn als Geisel stellen musste.

Doch die Spartaner, die sich so vom Joch des Achäischen Bundes befreit hatten, gerieten nun in weit schlimmere Hände: Sie wurden von einem Tyrannen namens Nabis beherrscht – einem grausamen und geizigen Mann, der seinen Reichtum durch niederträchtige Methoden vermehrte.

Nabis ließ ein raffiniertes Folterinstrument anfertigen, um Reiche zu erpressen: eine Statue, das Ebenbild seiner Frau, prächtig gekleidet. Sobald Nabis hörte, jemand sei wohlhabend, ließ er ihn rufen. Nach übertriebener Höflichkeit bat er den Gast, seinen Reichtum zum Wohl des Staates zu opfern.

Weigerte sich der Mann, führte Nabis ihn zu der Statue. Diese war mit einem System von Federn ausgestattet. Sobald das Opfer nahe genug stand, schlossen sich die Arme der Statue um ihn. Der Gefangene wurde immer fester gegen scharfe Spitzen und Messer gedrückt, die unter den Gewändern verborgen waren.

Erst wenn der Gepeinigte versprach, all seinen Besitz aufzugeben, ließ Nabis ihn frei. Leistete er Widerstand, starb er unter qualvollen Schmerzen in den Armen der Statue.