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Der Tod des Perikles

Obwohl die athenische Flotte großen Schaden angerichtet hatte und sie siegreich zurückgekehrt war, befand sich das spartanische Heer weiterhin in Attika. Die Spartaner waren zwar durch die Sonnenfinsternis zunächst erschreckt worden, gaben den Krieg jedoch nicht auf und setzten ihre Operationen fort.

Die Athener hingegen blieben hinter ihren Stadtmauern und wagten keinen Ausfall, aus Angst vor einer Niederlage. Schon bald geriet die Lage außer Kontrolle. Die überfüllte Stadt litt unter Wasser- und Nahrungsmangel, und in der Folge brach eine verheerende Seuche aus – die Pest. Die Krankheit war hoch ansteckend und breitete sich rasch aus. Überall lagen Kranke und Sterbende, viele geplagt von starkem Durst. Da es kaum noch gesunde Helfer gab, schleppten sich die Menschen zu den Brunnen, wo zahlreiche von ihnen starben.

Auch die Versorgung der Kranken brach zusammen, und es war kaum noch möglich, die Toten zu bestatten. Die Leichen blieben oft tagelang unbestattet auf den Straßen liegen.

In dieser verzweifelten Situation erfuhr Perikles von einem griechischen Arzt namens Hippokrates, der ein Heilmittel gegen die Pest besitzen sollte. Er wandte sich schriftlich an ihn und bat dringend um Hilfe.

Zur gleichen Zeit erhielt Hippokrates jedoch eine Nachricht von Artaxerxes, dem König von Persien. Dieser bat ihn, nach Persien zu kommen, um dort die von derselben Krankheit betroffenen Menschen zu behandeln, und bot ihm große Reichtümer als Lohn an.

Der Arzt zögerte nicht. Er schickte den persischen Boten fort und erklärte, seine Pflicht gelte zuerst den eigenen Landsleuten. Unverzüglich machte er sich auf den Weg ins pestverseuchte Athen, wo er unermüdlich Tag und Nacht arbeitete.

Durch seine Fürsorge und sein medizinisches Können konnte er viele Kranke retten. Auch wenn zahlreiche Menschen der Seuche zum Opfer fielen, wussten die Überlebenden, dass sie ihm ihr Leben verdankten. Nach dem Ende der Epidemie beschlossen die Athener, Hippokrates mit einer goldenen Krone zu ehren und ihn als Bürger aufzunehmen – eine Auszeichnung, die nur selten an Fremde verliehen wurde.

Die Pest forderte nicht nur unter den einfachen Bürgern viele Opfer, sondern traf auch Adlige und wohlhabende Familien. Auch Perikles’ Familie blieb nicht verschont: Alle seine Kinder bis auf eines erkrankten und starben.

Trotz seines persönlichen Leids blieb Perikles weiterhin unter den Menschen, half und ermutigte sie, bis auch er selbst an der Pest erkrankte.

Seine Freunde erkannten bald, dass keine Hoffnung mehr bestand. In tiefer Trauer versammelten sie sich an seinem Bett, lobten ihn leise und erinnerten daran, wie viel er für Athen und den Aufbau der Stadt geleistet hatte.

„Er hat die Stadt aus Ziegeln vorgefunden und aus Marmor hinterlassen“, sagte einer von ihnen bewegt.

Perikles, dessen Augen zuvor geschlossen gewesen waren, erwachte noch einmal und sagte: „Warum erwähnt ihr das? Das war vor allem mein Vermögen. Am meisten aber bin ich stolz darauf, dass ich keinen meiner Mitbürger je zu Trauer veranlasst habe.“

Kurz darauf starb er. Seine Freunde bewahrten ihn in ehrender Erinnerung – als einen Mann, der Athen über mehr als dreißig Jahre regiert hatte, ohne je ungerecht zu handeln, und der stets mit Güte und Menschlichkeit gegenüber allen Bürgern aufgetreten war.