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Der Vormarsch des zweiten Heeres

Darius war unermüdlich damit beschäftigt, ein zweites Heer für den Feldzug gegen Griechenland aufzustellen. Während die Soldaten trainierten und sich auf den Marsch vorbereiteten, schickte er zwei Boten in die griechischen Städte und auf die Inseln. Ihre Botschaft war unmissverständlich: Die Griechen sollten sich unterwerfen und ihm „Erde und Wasser“ überreichen.

Diese Forderung war ein klares Zeichen der Unterwerfung. Wer „Erde und Wasser“ gab, erkannte Darius als König und Herrn über Land und Meer an. Viele Inseln und Städte ließen sich von der Macht des Großkönigs einschüchtern und gaben nach. Doch als die Gesandten Sparta und Athen erreichten, stießen sie auf entschlossenen Widerstand.

In beiden Städten erklärten die Menschen stolz, dass sie frei seien und keinen fremden Herrscher anerkennen würden. In Sparta schlug die Ablehnung sogar in rohe Gewalt um. Von Zorn erfüllt und ohne Rücksicht auf die Unantastbarkeit von Gesandten packten die Spartaner die Perser, warfen den einen in eine Grube und den anderen in einen Brunnen – mit der höhnischen Aufforderung, sich dort selbst „Erde und Wasser“ zu holen.

Als Darius von diesem Vorfall erfuhr, wuchs sein Zorn nur noch weiter. Entschlossen trieb er die Vorbereitungen voran und stellte in kurzer Zeit ein gewaltiges Heer von 120.000 Mann auf, mit dem er erneut gegen Griechenland ziehen konnte.

Den Oberbefehl übertrug er den Feldherren Datis und Artaphernes. Unterstützt wurden sie von Hippias, einem Verräter, der ihnen mit Rat und Ortskenntnis zur Seite stand. Die Flotte sollte das Heer bei Marathon an Land setzen – auf einer Ebene nahe dem Meer, nur eine Tagesreise von Athen entfernt.

Als die Athener von der bevorstehenden Landung der Perser erfuhren, handelten sie sofort. Sie beschlossen, ihre Verbündeten in Sparta um Hilfe zu bitten. Da jede Stunde zählte, schickten sie einen besonders schnellen Läufer. In atemberaubendem Tempo legte er die lange Strecke zurück, lief nahezu ohne Pause und gönnte sich nur kurze Augenblicke der Erholung.

Die Spartaner hörten aufmerksam zu und versprachen Unterstützung. Doch sie erklärten zugleich, dass sie erst bei Vollmond aufbrechen könnten – aus religiösen Gründen, da sie fürchteten, andernfalls den Göttern zu missfallen und eine Niederlage zu riskieren.

Währenddessen rückten die Perser rasch vor. Die Athener mussten sich ihnen stellen, noch bevor Hilfe eintreffen konnte. Unterstützung erhielten sie lediglich von ihren treuen Nachbarn, den Plataiern. Insgesamt zählte das griechische Heer kaum mehr als zehntausend Mann. Den Oberbefehl teilten sich zehn athenische Strategen, die sich täglich abwechselten.

Unter ihnen ragten drei Männer besonders hervor: Miltiades, Aristides und Themistokles. Gemeinsam suchten sie nach einer Strategie, mit der ihr kleines Heer dem vielfach überlegenen Gegner standhalten konnte.

Schließlich brachte Miltiades einen kühnen Plan vor. Sein Erfolg hing jedoch davon ab, dass ein einziger Befehlshaber die Führung übernahm und alle anderen sich ihm bedingungslos unterordneten. Aristides, bekannt für seine Gerechtigkeit und Klugheit, erkannte sofort die Tragweite dieses Vorschlags. Ohne Zögern verzichtete er auf seinen eigenen Befehlsanspruch und stellte sich unter Miltiades – bereit, ihm wie ein einfacher Soldat zu folgen.

Auch die übrigen Feldherren wollten in ihrer Haltung nicht zurückstehen. Sie übergaben Miltiades ebenfalls das Kommando, sodass er schließlich zum alleinigen Oberbefehlshaber der athenischen und platäischen Truppen wurde. Entschlossen traf er seine Vorbereitungen und stellte das Heer in der Ebene von Marathon auf – eingezwängt zwischen Bergen und Meer, bereit für die Entscheidungsschlacht.