Nach einem mehrtägigen Aufenthalt in Jerusalem setzte Alexander seinen Weg nach Ägypten fort, das er ebenfalls rasch eroberte. Dort gründete er an der Nilmündung eine neue Stadt und nannte sie
Alexandria nach sich selbst. Dank ihrer günstigen Lage entwickelte sie sich schnell zu einer bedeutenden Metropole – und ist es bis heute geblieben.
Als Alexander von einem berühmten Tempel in Libyen hörte, der dem Gott Jupiter geweiht war, beschloss er, dorthin zu reisen. Der Weg führte durch die afrikanische Wüste und war äußerst
gefährlich.
Die Soldaten kämpften sich durch den glühenden Sand, der ihnen bis zu den Knöcheln reichte. Die brennende Sonne Afrikas schlug unerbittlich auf sie herab und ließ viele vor Hitze taumeln. Immer
wieder fegte der heiße Wüstenwind, der Simoom, über sie hinweg, wirbelte Staubwolken auf und nahm Mensch und Tier den Atem, während er sie unter seinen wogenden Sandwellen zu begraben
drohte.
Die Pferde starben an Durst und Erschöpfung, denn sie sind für Wüstenreisen ungeeignet. Nur das Kamel kann die Sahara sicher durchqueren, da sein Magen große Wassermengen speichern kann.
Doch Alexander ließ sich weder von Hitze noch von Gefahr abschrecken. Wie seine Soldaten litt auch er unter Durst und Erschöpfung – und wie sie wurde auch er von der Fata Morgana getäuscht.
Diese Luftspiegelung lässt den Reisenden glauben, er sehe Bäume, Gras und Wasser ganz in der Nähe. Voller Hoffnung eilt er voran, um sich im Schatten auszuruhen und sein Gesicht im kühlen Wasser
zu erfrischen – doch wenn er den Ort erreicht, findet er nur Sand und sinkt enttäuscht zu Boden.
Nach all diesen Strapazen erreichte Alexander schließlich die Oase, die grüne Insel inmitten der Wüste, wo der Tempel des Jupiter stand. Die Priester führten ihn in das Heiligtum und nannten ihn
– um ihm zu schmeicheln – den Sohn des Jupiter.
Nachdem Alexander und seine Männer sich an diesem angenehmen Ort erholt hatten, machten sie sich erneut auf den Rückweg durch die Wüste, kehrten nach Alexandria und Tyros zurück und begannen von
dort aus endlich die lang ersehnte Verfolgung des Darius.
Die griechischen Soldaten hatten seit Beginn des Feldzugs so viele Entbehrungen ertragen, dass sie nun auf alles vorbereitet waren. Sie überquerten den Euphrat über eine hastig errichtete Brücke;
und als sie den Tigris erreichten, wo es weder Brücke noch Boote gab, schwammen sie mutig durch den Fluss und hielten ihre Schilde über den Köpfen, um sich vor den Pfeilen der Perser zu
schützen.
Alexander war wie immer der Erste, der voranstürmte, und führte den Zug über den Fluss an. Er brannte darauf, den Persern erneut gegenüberzutreten – und war hocherfreut, sie jenseits des Tigris
einzuholen.
Auf der Ebene von Arbela kam es zur dritten großen Schlacht, und Alexander errang einen entscheidenden Sieg. Darius floh erneut vor seinem Bezwinger, während Alexander geradewegs nach Babylon
marschierte – der prächtigsten Stadt des Ostens.
