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Die Gesetze des Lycurgos

Die spartanischen Mädchen, die unter der strengen Anleitung der Frauen erzogen wurden, erhielten eine Ausbildung, die der der Jungen in vielerlei Hinsicht ähnelte. Sie lernten Ringen, Laufen und Schwimmen sowie alle Arten von Gymnastik, bis sie ebenso stark und geschmeidig waren und beinahe jede körperliche Herausforderung meistern konnten.

Darüber hinaus wurden sie auch in Lesen, Schreiben, Rechnen, Singen, Spielen und Tanzen unterrichtet. Sie lernten das Spinnen, Weben und Färben sowie alle anderen Tätigkeiten, die für das Leben einer Frau in Sparta wichtig waren. Kurz gesagt, man erwartete von ihnen, dass sie nicht nur körperlich robust und geistig wendig waren, sondern auch in der Lage, ihren Ehemännern nach der Hochzeit zur Seite zu stehen und ihre Kinder mit Weisheit zu erziehen. Bei einigen öffentlichen Festen traten die Mädchen in verschiedenen Wettkämpfen gegeneinander an, die nur von ihren Eltern und den anderen verheirateten Bürgern der Stadt verfolgt wurden. Die Siegerinnen dieser Wettbewerbe erhielten prächtige Preise, die hoch geschätzt und begehrt waren.

Lykurg verfolgte das Ziel, Sparta zu einem starken und tugendhaften Volk zu machen. Um die Könige vor Fehlverhalten zu bewahren, ließ er das Volk fünf Männer wählen, die sogenannten Ephoren, die über die Könige wachen und sie beraten sollten.

Da Lykurg wusste, dass Reichtum nicht das höchste Gut war, führte er eine außergewöhnliche Maßnahme ein: Er ordnete an, dass die Spartaner fortan nur noch Eisengeld verwenden durften. Alle Münzen bestanden aus schweren Eisenbarren, so schwer, dass man einen Ochsen und einen Wagen benötigte, um einen Betrag von hundert Dollar zu transportieren. Das Geld war so sperrig, dass es weder versteckt noch gestohlen werden konnte. Niemand strebte nach Reichtum, da selbst kleine Beträge viel Platz beanspruchten und nur schwer zu verstecken waren.

Als der junge König Charilaos herangewachsen war, machte sich Lykurg auf, Sparta zu verlassen. Bevor er die Stadt verließ, versammelte er alle Bürger und erinnerte sie an alles, was er getan hatte, um sie zu einem großen Volk zu formen. Zum Schluss bat er sie, einen feierlichen Eid zu leisten, dass sie seine Gesetze bis zu seiner Rückkehr befolgen würden.

Die Spartaner, die ihm für all das, was er für sie getan hatte, sehr dankbar waren, schworen diesen Eid ohne Zögern. Daraufhin verließ Lykurg die Stadt. Einige Zeit später kehrte er nach Griechenland zurück, doch als er erfuhr, dass die Spartaner unter seinen Gesetzen florierten, entschloss er sich, nie wieder nach Sparta zurückzukehren.

So blieben die Spartaner durch den feierlichen Eid verpflichtet, Lykurgs Gesetzen für immer zu gehorchen. Solange sie dieses Versprechen hielten, blieben sie ein blühendes und glückliches Volk.