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Die Musik des Tyrtäus

Nachdem die Messenier vierzig Jahre lang unter der brutalen Herrschaft der Spartaner gelitten hatten, begannen sie, sich gegen die Unterdrückung zu erheben und einen Aufstand zu planen.

Angeführt von Aristomenes, einem Mann von außergewöhnlichem Mut, fassten sie den Entschluss, sich zu befreien und die stolze Stadt Sparta, die ihnen so viel Leid zugefügt hatte, zu vernichten. Aristomenes versammelte heimlich alle Messenier, und als die Pläne endlich feststanden, zog er offen gegen die Spartaner in den Kampf, die er in mehreren Schlachten besiegte.

Mit einem kleinen, aber entschlossenen Heer rückte er sogar auf die Stadt Sparta vor und lagerte in Sichtweite der Stadtmauern. Die spartanischen Frauen konnten so einen beunruhigenden Anblick genießen – das unheimliche Licht der feindlichen Feuer.

Doch Aristomenes wollte die Spartaner noch mehr erschrecken. In einer dunklen Nacht schlich er sich heimlich in die Stadt, drang in den Haupttempel ein und hängte dort die Waffen auf, die er im Krieg erbeutet hatte. Diese Waffen bildeten eine sogenannte Trophäe, und direkt darunter schrieb Aristomenes in großen, auffälligen Buchstaben seinen eigenen Namen, sodass jeder sie sehen konnte.

Am nächsten Morgen, als die Spartaner wie gewohnt in den Tempel kamen, um ihre Morgengebete und Opfer darzubringen, waren sie von dem Anblick dieser Trophäe sowohl erstaunt als auch erschrocken. Aristomenes' Tapferkeit war so beeindruckend, dass sie die Hoffnung aufgaben, ihn ohne göttliche Hilfe besiegen zu können. Also schickten sie Boten, um ein Orakel zu befragen.

Das Orakel antwortete, dass die Spartaner nur siegen würden, wenn sie unter dem Kommando eines athenischen Feldherrn in den Krieg zögen. Die Spartaner, ein stolzes Volk, waren normalerweise wenig geneigt, Hilfe von außen anzunehmen, doch in diesem Fall beschlossen sie, dem Orakel zu folgen. Sie sandten einen Boten nach Athen, um einen fähigen Anführer zu erbitten.

Ob die Athener, bekannt für ihren Humor, die Spartaner verspotten wollten oder ihnen einfach zeigen wollten, dass körperliche Schönheit und Stärke, die die Spartaner so hoch schätzten, nicht alles waren, bleibt unklar. Doch Tatsache ist, dass die Athener den Spartanern einen armen, gehbehinderten Schulmeister namens Tyrtaeus als Anführer in die Schlacht schickten. Dieser Mann hatte noch nie eine Waffe in der Hand gehalten, und die Spartaner waren zunächst empört, als er sich mit einer Leier statt mit einem Schwert an ihre Spitze stellte. Doch als Tyrtaeus plötzlich eines seiner mitreißenden Kriegslieder anstimmte, entfachte dies einen patriotischen Eifer unter den Spartanern, der sie so anspornte, dass sie bereit waren, zu siegen oder zu sterben. Ihre anfängliche Verachtung wich bald tiefer Bewunderung.

Erfüllt von den kraftvollen Worten und der Musik des lahmen Schulmeisters kämpften die Spartaner mit unvorstellbarer Entschlossenheit und besiegten schließlich die Messenier. Mit ihren Gefangenen, darunter auch der tapfere Aristomenes, kehrten sie triumphierend nach Hause zurück.

Damals war es üblich, alle Kriegsgefangenen hinzurichten, und so warfen die Spartaner die gefangenen Messenier in eine schreckliche Grube namens Ce’a-das. Es war ein dunkles, tiefes Loch, dessen Wände mit scharfkantigen Felsen bedeckt waren, an denen die Gefangenen zerschellten, bevor sie den Grund erreichten.

Die Messenier wurden einer nach dem anderen in diese Grube geworfen, wobei Aristomenes als Letzter geworfen wurde, damit er den Schmerz über den Tod seiner Kameraden besonders schmerzhaft erlebte. Diese grausame Strafe war von den Spartanern als völlig gerechtfertigt angesehen, da sie in ihrer Erziehung fest davon überzeugt waren, dass diese Art der Feindesbeseitigung richtig und notwendig war. Nachdem sie ihre Feinde auf diese Weise getötet hatten, kehrten die Spartaner fröhlich in die Stadt zurück und feierten ihren Sieg.