Die Flotten standen sich bald gegenüber. Xerxes bezog auf einem Hügel Stellung, wo er auf einem eilig errichteten Thron Platz nahm, um die Vernichtung der griechischen Schiffe aus nächster Nähe
zu verfolgen. Seine Pläne waren sorgfältig ausgearbeitet, und da seine Flotte der griechischen weit überlegen schien, zweifelte er nicht am Sieg.
Doch Aristides, der sich auf der Insel Ägina aufhielt, hatte die persischen Vorbereitungen rechtzeitig erkannt. Unter Gefahr, vom Feind gefangen genommen zu werden, ruderte er zur griechischen
Flotte, um seine Mitbürger zu warnen.
Zuerst wandte er sich an Themistokles und sagte: „Wir waren stets Rivalen. Lasst uns nun alle Rivalität beiseitelegen und nur noch das tun, was dem Vaterland dient.“
Themistokles stimmte zu, und gemeinsam handelten sie mit Umsicht und Entschlossenheit. Unter ihrer Führung errangen die Griechen einen entscheidenden Seesieg. Als sie mit reicher Beute
zurückkehrten, wurden sie von den Frauen mit Jubel empfangen, die Blumen vor ihnen ausstreuten.
Von seinem erhöhten Standpunkt aus musste Xerxes mit ansehen, wie seine Flotte vernichtet wurde. Entmutigt zog er sich nach Persien zurück und überließ seinem Schwager Mardonius ein Heer von
dreihunderttausend Mann, um den Feldzug in Griechenland fortzusetzen.
Die Griechen waren über den Sieg bei Salamis so ermutigt, dass sie erneut zu den Waffen griffen. Pausanias, der spartanische König und Nachfolger Leonidas’, stellte bald ein starkes Heer auf, um
Mardonius entgegenzutreten.
Beide Heere trafen bei Plataiai aufeinander, wo die Griechen trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit erneut siegten. Gleichzeitig errang die griechische Flotte unter Führung der Spartaner bei Mykale
einen weiteren Sieg über die Perser.
Diese beiden Schlachten besiegelten endgültig die Niederlage des gewaltigen persischen Heeres. Mardonius floh mit den Überresten seiner Armee und überließ Zelte, Vorräte und Reichtümer den
Griechen, die große Beute machten.
Die Spartaner waren beim Betreten des persischen Lagers besonders erstaunt über den dortigen Luxus. Pausanias betrat das Zelt, das zuvor Mardonius gehört hatte, und ließ sich von den Dienern ein
Mahl zubereiten, wie es ihrem Herrn serviert worden war.
Anschließend ließ er seine eigenen Soldaten ihr gewohnt schlichtes Essen auftragen. Der Gegensatz zwischen beiden Lebensweisen war deutlich: Auf der einen Seite kostbarer Luxus mit goldenen
Gefäßen und weichen Lagern, auf der anderen einfache, karge Kost aus einfachen Gefäßen.
Pausanias rief seine Offiziere zusammen und zeigte ihnen diesen Unterschied, um die spartanische Lebensweise zu veranschaulichen. Danach nahm er selbst sein einfaches Mahl ein und demonstrierte
damit seine Vorliebe für schlichte Kost.
Als Anerkennung für ihren Sieg erhielten die Griechen einen Teil der Beute. Ein Zehntel davon weihten sie Apollon und sandten es als Dank an dessen Heiligtum in Delphi.
Um ihre Dankbarkeit gegenüber Zeus und Poseidon auszudrücken – den Göttern, denen sie den Sieg zu Land und zu Wasser zuschrieben – schickten sie Statuen nach Olympia und Korinth. Auf dem
Schlachtfeld von Plataiai errichteten sie zudem einen Tempel zu Ehren der Athene, der Göttin des Verteidigungskrieges.
