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Die Teilung des Reiches

Am Tag nach Alexanders Tod versammelten sich die makedonischen Generäle im Palast. Schweigend und bestürzt blickten sie auf den leeren goldenen Thron, auf dem Perdikkas feierlich den königlichen Siegelring abgelegt hatte.

Wer sollte nun den Platz des Mannes einnehmen, dessen militärisches Genie und gewaltige Eroberungen ihm den Beinamen „der Große“ eingebracht hatten? Zwar hatte Alexander einen Halbbruder, Arrhidaios, doch dieser war geistig beeinträchtigt. Der einzige weitere Erbe war ein Säugling, der erst kurz nach dem Tod seines Vaters geboren worden war.

Die Generäle berieten lange und beschlossen schließlich, sowohl Arrhidaios als auch das Kind offiziell zu Nachfolgern zu erklären. Vier der mächtigsten Generäle sollten als Vormünder der beiden Prinzen und als Regenten des riesigen Reiches eingesetzt werden.

Diese Entscheidung galt als vernünftig. Alexanders Reich wurde in 33 Provinzen aufgeteilt, die jeweils von einem makedonischen Statthalter im Namen der beiden Könige regiert wurden.

Doch Alexanders düstere Prophezeiung erfüllte sich: Er hatte im Sterben vorausgesagt, dass sein Tod Blutvergießen nach sich ziehen würde. Die Generäle, die sich so feierlich um den leeren Thron versammelt hatten, wurden bald unzufrieden mit ihrer Rolle als Verwalter. Jeder von ihnen wollte selbst König des Landes werden, das ihm anvertraut worden war.

Perdikkas, der den Siegelring aus Alexanders Hand erhalten hatte, übernahm die Führung. Er nahm den Säugling und dessen Mutter Roxana unter seinen Schutz und glaubte, so die Macht über das gesamte Reich in seinen Händen halten zu können.

Doch Antipatros, der Statthalter von Makedonien, handelte schneller. Kaum hatte er vom Tod Alexanders erfahren, setzte er Arrhidaios auf den Thron, rief ihn zum König aus und regierte fortan, als sei er der alleinige Herrscher.

Die übrigen Generäle forderten immer neue Rechte und Zugeständnisse, die Perdikkas ihnen gewähren musste, um sie zu besänftigen. Erst als es zu spät war, erkannte er, wie sehr er sich durch diese Nachgiebigkeit geschadet hatte.

Die Statthalter, nie zufrieden mit dem, was sie erhalten hatten, misstrauten einander zutiefst. Besonders neidisch waren sie auf Perdikkas, der als Reichsverweser die höchste Stellung innehatte. Schließlich erhoben sie sich gegen ihn. Viele Jahre lang musste Perdikkas gegen sie kämpfen, während er versuchte, nach Makedonien zurückzukehren, um Alexanders Sohn auf den Thron zu setzen.