Das persische Heer hatte den Thermopylenpass erreicht. Xerxes erkannte sofort, dass er nur von einer kleinen Streitmacht verteidigt wurde, und sandte den Griechen eine hochmütige Botschaft mit
der Aufforderung, ihre Waffen zu übergeben.
Statt der erwarteten Unterwerfung erhielten die persischen Boten jedoch eine Antwort von beinahe schlichter Kürze. Leonidas entgegnete lediglich: „Kommt und holt sie euch!“
Der spartanische König wusste jedoch genau, dass er den Vormarsch dieser gewaltigen Armee nur vorübergehend aufhalten konnte. Da ein Spartaner niemals zurückwich, entschied er, auf dem
Schlachtfeld zu sterben. Er befahl seinen Kriegern, sich sorgfältig zu kämmen, ihre beste Rüstung anzulegen und sich in ihre festlichsten Gewänder zu kleiden – wie es bei den Spartanern üblich
war, wenn große Gefahr bevorstand und der Tod nahe schien.
Als die Perser dies sahen, waren sie überrascht und deuteten es als Zeichen von Überheblichkeit oder Leichtsinn. Sie glaubten, Männer, die sich so viel Mühe mit Haar und Erscheinung gaben, seien
leicht zu besiegen. Doch sie sollten sich täuschen.
Während des Vormarsches der Perser gingen deren Bogenschützen zum Angriff über und schossen einen solchen Pfeilhagel ab, dass die Sonne nahezu verdunkelt wurde. Ein Verbündeter berichtete dies
Leonidas und warnte ihn. Dieser nahm die Nachricht jedoch mit bemerkenswerter Ruhe auf und antwortete nur: „Gut, dann kämpfen wir im Schatten.“
Als Xerxes erkannte, dass die Griechen nicht weichen würden, ließ er die Schlacht beginnen. Von einem erhöhten Standort aus beobachtete er den Kampf, überzeugt von einem schnellen Sieg. Doch zu
seinem Erstaunen wurden seine Truppen immer wieder von der kleinen griechischen Streitmacht zurückgedrängt.
Die Perser versuchten erneut und erneut, den Engpass zu durchbrechen, doch jeder Angriff scheiterte. Schließlich ergriff Aberglaube unter den Soldaten die Oberhand, und viele weigerten sich
weiter vorzurücken, sofern sie nicht durch Peitschenhiebe dazu gezwungen wurden.
Der König geriet darüber in heftige Wut. Als selbst die geschlossenen Reihen seiner Eliteeinheit, der sogenannten Unsterblichen, nicht den erwarteten Durchbruch erzielten, befahl er schließlich
ihren Einsatz. Er war überzeugt, dass dieser Angriff die Entscheidung bringen würde.
Doch zu seinem Zorn musste er beobachten, wie auch die Unsterblichen nach wiederholten vergeblichen Angriffen zurückgedrängt wurden. Die Lage wurde für die Perser zunehmend verwirrend: Sie
konnten weder erfolgreich vordringen noch ohne Scham den Rückzug antreten.
