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Tod des Darius

Alexander gewann bald die Zuneigung der Babylonier, indem er ihnen erlaubte, den zerstörten Bel-Tempel wieder aufzubauen. Auch die gefangenen Juden stellte er zufrieden: Sobald er erfuhr, dass sie den Bau für den Turm zu Babel hielten und sich deshalb weigerten mitzuarbeiten, befreite er sie von allen Arbeiten an diesem Projekt.

Der junge Eroberer blieb einen Monat in Babylon und zog dann weiter nach Susa. Dort fand er die bronzene Statue der Athene, die Xerxes einst aus Griechenland entführt hatte. Alexander schickte sie den Athenern zurück, die sie mit großer Freude empfingen.

Kurz darauf erkrankte die persische Königin schwer und starb trotz aller Pflege. Während ihrer Krankheit kümmerte sich Alexander aufrichtig um sie; und nach ihrem Tod ordnete er eine Bestattung mit allen Ehren an, die ihrem Rang entsprachen. Er tröstete auch die trauernde Sisygambis und ließ Darius, der in den Norden geflohen war, die Nachricht vom Tod seiner Frau überbringen.

Gerührt von Alexanders Verhalten schrieb Darius ihm nun und bot Frieden an. Er schlug sogar vor, das persische Reich mit ihm zu teilen. Doch Alexander, berauscht von seinen Erfolgen und zunehmend hochmütig, lehnte stolz ab. Die Welt könne nicht zwei Herren haben, sagte er, so wenig wie zwei Sonnen.

In seinem Übermut legte Alexander nun die Kleidung eines orientalischen Königs an, umgab sich mit Luxus und verbrachte viel Zeit mit Festen und Ausschweifungen. Seine Höflinge bestärkten ihn darin, und er vergaß mehr und mehr die Lehren des Aristoteles.

Mehrmals trank er so viel, dass er nicht mehr wusste, was er tat. In einem Anfall von Trunkenheit und Wut ließ er sogar den prächtigen Palast von Persepolis in Brand setzen und bis auf die Grundmauern niederbrennen.

Da er Darius’ Friedensangebote abgelehnt hatte, hielt Alexander es bald für notwendig, den Krieg fortzusetzen. Er legte seine juwelenbesetzten Gewänder ab, rüstete sich und zog nach Norden. Er war kurz davor, Darius einzuholen, als dieser von einem seiner Gefolgsleute, Bessus, tödlich verwundet wurde.

Bessus glaubte, Alexander würde ihn für dieses Verbrechen belohnen, und prahlte damit. Doch Alexander war entsetzt und befahl, den Verräter festzunehmen und auf grausamste Weise hinrichten zu lassen.

Als Alexander schließlich zu Darius gelangte, fand er ihn sterbend in seinem eigenen Blut. Er konnte ihm nur noch versichern, dass seine Familie in Sicherheit sei und weiterhin unter seinem Schutz stehen würde. Kurz darauf starb Darius.

Auf Alexanders Befehl wurde der Leichnam einbalsamiert und zu Sisygambis gebracht, damit er im prächtigen Grab der persischen Könige würdig beigesetzt werden konnte. Diese letzte Geste rührte die alte Königin tief – und sie liebte Alexander bis zu ihrem eigenen Tod.