Mitgeteilt von Dr. Kerler, Universitätsbibliothekar, in Erlangen.
Auf dem ersten Blatt eines Cod. membr. saec. XIV. des Archivs der Stadt Rothenburg a. d. T. — mit der Signatur „Burger- und Meister-Roll“ — findet sich folgendes höchst merkwürdige, den Schriftzügen nach zu schließen etwa in den siebziger oder achtziger Jahren des 14. Jahrhunderts aufgezeichnete Rezept zur Bereitung von Schießpulver:
Man sol salpeter nemen und sol in legen in einen eysnein loͤffel und sol in setzen uber ein feur und sol in brennen und sol in alz heiz machen daz er glwͤe alz ein eysen. und sol auch huͤten, daz kain gluͤwender Kol dor in kum und sol ye in ein phunt salpeterz ye ein klein vierdung schwefelz werfen und sol in denne uz giezzen in ein beckin und sol dez selben salpeterz ein phunt nemen und sol nemen ein vierduog eins phundez lindein kolen und sol nemen zwey lot schwefelz und sol daz ein wenig feuhten und sol ez under einander stozzen alz klein daz man den swefel niht gesehen moge sunder. und sol ez danne derren und sol daz pulver denne tun in ein stein buͤhschen daz sy drey vinger ler ste und daz ez hert in der buͤhsen vff ein ander gestozzen sey und sol dann nemen einen buͤchein klocz der hert sey dreyer zwerh vinger lang und sol den hert schlahen für daz pulver und nem denn ein wenig gruͦmatz und den stein do für in di bühsen legen und sol den zwicken mitten in di buͤhsen mit keideln umb und umb daz er sich niht geruͤren möge.
Quelle: Anzeiger für Kunde der Deutschen Vorzeit. Neue Folge. 13. Jahrgang. Nürnberg, 1866. Juni.
