Beschreibung des Justizhauses:
Das Gebäude steht auf einem Grundstück, das etwa zweieinhalb Meter von der Straße entfernt ist. Die Fassade liegt an der Rue de Prison und ist durch ein großes Tor mit Einfahrt zugänglich. Ein
ebenerdiges Tor mit festem Gitter und Holzelementen sichert den Eingang; ein Wächterhaus befindet sich in der Nähe zur Überwachung. Auf der Straßenseite liegt das Wohnzimmer bzw. die Wohnung des
Hausmeisters mit Kamin. Dieses Zimmer misst etwa fünf mal sechs Meter und besitzt zwei mit Gitterstäben gesicherte Fenster. Darüber befindet sich eine Wendeltreppe und der Zugang zu drei weiteren
Räumen.

Zuvor hatte ich ein Zimmer entdeckt, das einen für die Küche bestimmten Kamin enthielt. Es war etwa vier bis fünf Meter lang und lag nahe bei einer Quelle. In einem angrenzenden Raum befand sich ein weiterer Kamin mit Kessel (Chaudière) und Herd (Réchaud), davor eine kleine Anhöhe. Dieser Bereich war verschlossen, da er früher einen separaten Gang zur Dienerkammer bildete, in der Verhöre stattfanden.
In dem genannten Zimmer gab es einen Kamin und zwei vergitterte Fenster mit Blick zur Kaiserseite. Der Raum war etwa sechs Meter lang und über vier Meter breit. Gegenüber der oben erwähnten Treppe befand sich eine Tür, die zu einem weiteren Raum führte – dieser war mindestens fünf Meter tief und ebenfalls über vier Meter breit.
Etwas weiter stieß ich auf einen langen, schmalen Durchgang in Form einer Loge, etwa vier Meter lang und drei Meter breit. Er erstreckte sich über drei Etagen und diente zur Unterbringung. Dieser Bereich war hoch und lichtdurchflutet, da er an den Innenhof grenzte. Dort befanden sich auch zwei Pumpen zur Wasserversorgung.
Am Ende dieser Loge führte eine Treppe nach oben in die Speicher, die sich über den angrenzenden Räumen befanden – ausgenommen über der Kapelle. Im Erdgeschoss fand ich ein Dienerzimmer in der Nähe des Gefängnissaals. Es war größer als sechs Meter (als „Platsteen C“ bezeichnet).
Im ersten Stock, direkt daneben und in gleicher Höhe, lagen zwei weitere Räume mit ähnlicher Funktion. Auf derselben Etage, jedoch zur Straße hin gelegen, befanden sich drei sogenannte „Pistolenräume“. Sie waren ebenso groß wie die darunterliegenden Zimmer, besaßen zwei Kamine und erhielten Tageslicht von derselben Seite wie die Räume darunter.
Außerhalb des Haupteingangs gab es ein Dienerzimmer, das zur Kapelle gehörte. Daneben, auf der Seite des Wachraums, befand sich ein Raum ähnlicher Größe, der als Erholungszimmer diente. In einem kleinen Turm (Tourelle) war ein Verlies von etwa vier Quadratmetern Fläche untergebracht. Über diesem gesamten Bereich lagen Dachböden, mit Ausnahme des Bereichs über der Kapelle.
Ein Teil dieser Dachräume war als weitere Verliese (Cachots) eingerichtet, der übrige Teil stand dem Hausmeister (Concierge) zur Verfügung.

Quelle: Catalogue du Musée d'antiquités d'Anvers, 1885.
Übersetzt von Carsten Rau.
(Bilder sind überarbeitet.)
