
Einen weiteren Fortschritt in dem Bestreben, den Rückstoß abzuschwächen, zeigt eine Handbüchse aus dem Museum des Königreichs Böhmen in Prag.1 (Fig. 62.) Bei dieser Handbüchse ist die Verbindung von Lauf und Schaft wie beim rückwärtigen Laufring der Pilsener Handbüchse bewirkt, jedoch die Verriegelung unterhalb des Laufes in der Weise durchgeführt, dass man mittels dieser die Handbüchse an jede Unterlage ansetzen oder anlegen konnte. Die Handbüchse hat 7,5 kg Gewicht, ist daher eine mittelgroße Handbüchse, welche, obwohl leichter als die Pilsener Handbüchse (10,37 kg), für die Verwendung aus freier Hand noch nicht die volle Eignung hatte, auf Unterlagen jedoch aufgelegt, leicht abgeschossen werden konnte.
Die Handbüchse besteht aus dem Lauf, dem Schaft und einem Laufring.
Das Gewicht des Laufes konnte nicht festgestellt werden, weil derzeit eine Trennung des Laufes vom Schaft untunlich ist.
Der Lauf ist 29,5 cm lang, außen achteckig, zylindrisch, an der Mündung verstärkt, aus Schmiedeeisen roh gearbeitet. Die Länge der Seele beträgt 27 cm, der Durchmesser derselben 33 mm, daher das Verhältnis des Kalibers zur Länge der Seele 1 zu 8,5. Das Zündloch befindet sich oberhalb, 26 cm von der Mündung entfernt und ist scharfkantig gebohrt. Der Schaft ist 113 cm lang und zeigt eine neue Konstruktion; vorn oben befindet sich die muldenförmige Längenvertiefung zur Aufnahme des Laufes, so wie es bei den bisher beschriebenen Handbüchsen der ältesten Zeit der Fall war, hingegen ist der bei Fig. 4, 5 und 6, sowie auch bei Fig. 1, 2, 3, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 27, 28, 29, 30, 31 und 32 vorhandene stangenartige Schaft bei dieser Handbüchse kolbenartig verstärkt, massiv und augenscheinlich für den aufgelegten Anschlag eingerichtet.
Diese Form des Schaftes steht in Übereinstimmung mit den Abbildungen aus dem Kodex der Bibliothek Hauslab-Liechtenstein, jetzt k. u. k. Kriegsarchiv, Wien, Fig. 22, 23 und 24 (1430—1440) und mit der Handbüchse aus dem Kodex 719 des Germanischen Museums in Nürnberg, ca. 1450. (Fig. 26.)
Aus den genannten Abbildungen geht hervor, dass derart geformte Schäfte um das Jahr 1430 schon bei kleinen und größeren Handbüchsen in Verwendung waren. Vorne links unten und seitwärts ist eine Nut eingeschnitten, welche nach außen mit zwei Metallringen abschließt; in dieser befindet sich ein ca. 40 cm langer hölzerner Ladestock. Derselbe hat an dem einen Ende einen eisernen scheibenartigen, mit einer hervorstehenden Querleiste versehenen Kopf eingesetzt, welchen man sehr wahrscheinlich beim Laden zum Einpressen des Pulvers und Ansetzen des Geschosses benutzte, und welchen man auch beim Herausziehen des Ladstockes aus der Nut anfassen konnte.
Der Ladestock wurde schon oben bei Besprechung der Klotzbüchse aus dem Kodex ms. 3069 der k. k. Hof-Bibliothek zu Wien (begonnen im Jahr 1411), Fig. 3, und bei Besprechung der Abbildung aus dem Kodex Hauslab-Liechtenstein, Fig. 25, erwähnt.
Die Verbindung von Schaft und Lauf ist — ähnlich wie beim rückwärtigen Laufring der Pilsener Handbüchse — durch ein 3,5 cm breites Eisenband hergestellt, welches 12 cm von der Mündung entfernt um den Lauf fest herumgelegt, mit beiden Enden unten zusammenschließt, durch eine schlitzartige Öffnung des Laufes hindurchgeht und unterhalb des Schaftes 9 cm weit hervorsteht. Die beiden Enden sind daselbst zusammengeschweißt, haben unterhalb das Schaftes einen Längenschlitz, sind mit einem eisernen Querband verriegelt und bilden dadurch, dass dieselben unterhalb hervorstehen, daselbst an dem Schaft einen Haken. Dieser Haken konnte, ähnlich wie die in den Schaft eingeschnittene Stufe, an die Unterlage angesetzt werden; die Länge des Hakens erleichterte dieses Ansetzen und ermöglichte die Abschwächung des Rückstoßes.
Diese Handbüchse war seinerzeit in der Pachlischen Sammlung und soll aus Pilsen stammen. Bei der Handbüchse im Historischen Museum zu Bern, Fig. 5, ist ein 15 cm langer eiserner spitzer Haken im Mittelschaft, von oben nach unten, hindurchgetrieben; derselbe steht unterhalb 9,2 cm hervor und ist, wie oben beschrieben, am Schaft befestigt. Durch das Eintreiben eines Hakens oder Einschneiden einer Stufe in den Schaft wurde zweifellos die Festigkeit desselben verringert. Ähnliche Nachteile hatte die Konstruktion der Prager Handbüchse. Das Einschneiden des Schlitzes war auch umständlich, durch das Anbringen des Hakens in der Mitte bei einem Laufring musste ferner die feste Verbindung von Lauf und Schaft bald verschoben werden; es war einfacher und praktischer, bei den geschäfteten kleineren Handbüchsen den vorderen Laufring nach unten in einen Haken endigen zu lassen.
Durch diese Einrichtung wurde die Handhabung der kleinen Handbüchsen wesentlich erleichtert, weil man diese nun an jede Unterlage leicht einhaken oder anlegen konnte. Eine derartig konstruierte Handbüchse befindet sich im Historischen Museum der Kgl. Stadt Pilsen, (Fig. 63.) Die Handbüchse besteht aus dem Lauf, zwei Laufringen und dem Schaft. Der Lauf ist 31,5 cm lang, sechskantig, zylindrisch, beim Zündloch im äußeren Umfang verengt, aus Schmiedeeisen, möglicherweise auch der Länge nach zusammengeschweißt, sonst roh gearbeitet. Das Gewicht des Laufes beträgt 3,87 kg. Die beim Zündloch verengte äußere Form des Laufes erinnert an die Abbildung Fig. 20 aus Kodex lat. m. 197 der Kgl. Hof- und Staats-Bibliothek zu München (1420—1450).
Es fehlt ferner der bisher bei den meisten Handbüchsen vorhandene verstärkte Kopf; es ist möglich, dass der Lauf vorne abgenommen oder abgeschnitten wurde. Die Länge der Seele beträgt 29,2 cm, der Durchmesser der Seele beträgt gegen die Mündung 36 mm, gegen das Zündloch 33 mm; die Seele ist daher gegen die Mündung hin erweitert. Das Verhältnis des Kalibers zur Länge der Seele ist 1 zu 8,4. Das Zündloch befindet sich oberhalb und ist trichterförmig eingetrieben.
Die zwei Laufringe sind der äußeren Arbeit nach wahrscheinlich ebenso alt als der Lauf. Der rückwärtige Laufring umfasst Lauf und Schaft um das Zündloch herum und hat oberhalb desselben einen viereckigen Ausschnitt; zwei Eisenstifte sind durch den Laufring in den Schaft eingetrieben und dienen zur Befestigung desselben. Der vordere Laufring ist ein ca. 3 cm breites Eisenband, welches Lauf und Schaft umfasst und unterhalb des Schaftes zu einem etwas nach rückwärts zurückgebogenen spitzen Haken zusammengeschweißt ist. Die Befestigung am Lauf erfolgt durch einen Querstift.
1 Wir erfüllen eine angenehme Pflicht, wenn wir den Herren Beamten des Museums des Königreichs Böhmens, — insbesondere dem Herrn Dr. Wenzel Rezniöek und Herrn Prof. Dr. Koula — für die wiederholte liebenswürdige Unterstützung bei unseren Studien an dieser Stelle den innigsten Dank sagen.

Der Schaft ist augenscheinlich bedeutend jüngeren Datums; vielleicht ist der neue Schaft den Fragmenten des alten Schaftes beiläufig nachgebildet. Nach den Abbildungen in den Bilderhandschriften war der Schaft in dieser Zeit entweder stangenförmig, wie in Fig. 18, 20 und 38, oder kolbenartig geformt, wie in Fig. 22, 23, 24 und 25.
Es ist wahrscheinlich, dass von dem alten Schaft den von den Laufringen umfasste vordere Teil noch vorhanden war und dass man den fehlenden rückwärtigen Teil nach Gutdünken ersetzte. Nach dem geringen Gewicht des Laufes von 3,87 kg war diese Handbüchse bestimmt eine eigentliche Handbüchse, d. h. dieselbe konnte zweifellos aus freier Hand abgeschossen und gehandhabt werden. Jetzt wiegt die ganze Handbüchse 6,2 kg und dürfte von dem ursprünglichen Gewicht nur wenig abweichen.
Im Historischen Museum der Kgl. Stadt Pilsen befindet sich noch eine zweite Büchse, welche in ihren Einzelheiten ebenso interessant ist als die vorige. (Fig. 64.)
Diese Handbüchse besteht aus dem Lauf, zwei Laufringen und dem Schaft. Der Lauf ist 41,5 cm lang, achtkantig, zylindrisch, wahrscheinlich aus Gusseisen, gut gearbeitet und hat 5,49 kg Gewicht. Die Länge der Seele beträgt 39,3 cm, der Durchmesser derselben 29 mm an der Mündung, gegen das Zündloch jedoch abnehmend, so dass auch hier eine Erweiterung der Seele gegen die Mündung vorhanden ist; das Verhältnis des Kalibers zur Länge der Seele beträgt 1 zu 13,5.
Das Zündloch befindet sich oberhalb und ist trichterförmig vertieft; knapp hinter demselben befindet sich ein kurzer Zapfen, um welchen ein eiserner Deckel drehbar war, mittels welchen man das Zündloch verschließen konnte; der Deckel fehlt.
An der Mündung ist der Lauf leistenförmig verstärkt und hat vorn oben eine Rinne eingeschnitten, welche augenscheinlich zum Zielen diente.
An der äußeren Peripherie des Mündungskopfes und an weiteren zwei Stellen des Laufes sind Verzierungen, bestehend aus gekreuzten Stäben, eingeschnitten, welche den Lauf der Länge nach in drei Felder einteilen. Im Mittelfeld und im rückwärtigen Feld vor dem Zündloch ist je ein Kreuz eingeschnitten; im rückwärtigen Feld vorne oben ist ein Wappenschild mit einem einköpfigen Adler en-relief aufgesetzt.
Die beiden Laufringe sind von einfacher Arbeit; der vordere ist ein Ringhaken, der Lauf und Schaft umfasst; der rückwärtige Laufring verdeckt jedoch teilweise das Zündloch, und nachdem dieses mit einem verschiebbaren Deckel versehen war, so muss angenommen werden, dass entweder der Lauf ursprünglich nach rückwärts in einen massiven eingeschweißten Eisenkern endigte, auf welchen der Laufring gelegt wurde, oder dass die Laufringe mit dem Lauf und Schaft erst später in die vorliegende Verbindung zusammengestellt wurden.
Der Schaft ist nahezu von derselben Konstruktion, wie bei der vorhergehenden Handbüchse; die dort gemachte Bemerkung hat auch hier volle Geltung. Nach dem Wappen und den gekreuzten Stäben könnte man annehmen, dass diese Handbüchse ursprünglich zum Bestand der Waffenkammer von Eger zählte oder dort erzeugt wurde. Die ganze Handbüchse hat jetzt ein Gewicht von 7,85 kg; dieselbe konnte von einem einzelnen Schützen aus freier Hand noch gehandhabt und abgeschossen werden, allein ein länger andauernder Gebrauch war doch nur auf Unterlagen und mittels des Ringhakens möglich.
Auch dieses Konstruktionsprinzip — der Ringhaken — erscheint später und in verbesserter Form wieder.
Bei häufigerem Schießen, auch nach längerem Gebrauch, insbesondere aber bei zunehmender Stärke des Rückstoßes mag es oftmals vorgekommen sein, dass der Ringhaken sich lockerte, zum festen Anlegen oder Ansetzen an die Unterlage nicht mehr mit Sicherheit benutzt werden konnte und dass derselbe schließlich durch die Wirkung des Rückstoßes von der Handbüchse abgestreift wurde. Dieser Übelstand führte schließlich dahin, dass man anstatt des Ringhakens einen einfachen eisernen Haken direkt an die untere Seite des Laufes ansetzte und mit diesem in feste Verbindung brachte. Dieses Verfahren konnte nicht nur bei den geschäfteten Handbüchsen sondern auch bei jenen angewendet werden, welche ganz aus Eisen waren oder welche den rückwärts eingesteckten stangenartigen Schaft hatten.
Dieser Haken war nach den Abbildungen aus Kodex lat. m. 197 der kgl. Hof- und Staatsbibliothek in München, ähnlich dem Ringhaken, länglich, unten spitzig und nach rückwärts gebogen, Fig. 21. Später erhielt derselbe für das bessere und festere Ansetzen an den Lauf eine breitere Basis und infolgedessen stärkere Dimensionen.
Nach einer zweiten Darstellung derselben Handschrift trägt auch ein Reiter eine Hakenbüchse, Fig. 42; auch hier ist der Haken länglich und nach rückwärts gebogen, die Spitze jedoch ist unten abgeschnitten.
Derselbe Reiter ist auch im Kodex lat. 7239 der National-Bibliothek zu Paris enthalten, Fig. 43; der Haken ist wie vorhin länglich, unten spitzig und nach rückwärts gebogen; in der Handschrift des Marianus Jacobus findet man dieselbe Darstellung wieder.
Es wurde schon oben hervorgehoben, dass unter diesen nahezu gleichen Darstellungen jene des Kodex lat. m. 197 die älteste ist und dass in diesem Kodex, einem Skizzenheft, nebst Kriegsmaschinen und Waffen öfters zweifellos nur Projekte abgebildet sind.
Die Hakenbüchse in Fig. 42 ist als Steinbüchse eingerichtet; nachdem es bisher nicht möglich war, eine solche Haken-Steinbüchse oder eine derart konstruierte kleine Haken-Lotbüchse aufzufinden und in einer zweiten Darstellung ein sonst gleich ausgerüsteter Reiter mit einer Feuerlanze erscheint, so wird man zur Annahme gedrängt, dass die dargestellte Haken-Steinbüchse nicht der Wirklichkeit entnommen, sondern nur ein vom Darsteller skizziertes Projekt war, welches dadurch veranlasst wurde, dass man schon frühzeitig, also gewiss noch vor Entstehung der Zeichnung, gewöhnliche eiserne Handbüchsen von einfacher Konstruktion mit dem Haken ausrüstete, was auch durch eine erhaltene ältere eiserne Hakenbüchse bestätigt wird.
Diese Hakenbüchse befindet sich im Germanischen Museum zu Nürnberg, Fig. 65, und ist augenscheinlich für Bleigeschosse eingerichtet.1 Die Hakenbüchse besteht aus dem Lauf und dem eisernen stabartigen Schaft.
Der Lauf ist aus Schmiedeeisen, von mittlerer Arbeit, zylindrisch, rückwärts bis auf circa 19,5 cm achteckig, nach vorne leicht verjüngt; an der Mündung befindet sich innen eine beiläufig 1 cm tiefe trichterförmige Öffnung und außen eine ringförmige Verstärkung. Das trichterförmige Zündloch ist oberhalb angebracht und hat scharfe Kanten. Unterhalb am Lauf, 10,3 cm von der Mündung entfernt, ist ein Haken angeschweißt; die Form des Hakens steht noch in gewisser Übereinstimmung mit Fig. 42 und 43; die untere Spitze ist wie in Fig. 42 abgenommen; die rückwärtige Länge beträgt 7,8 cm, die obere Basis ist zum festeren besseren Ansetzen an den Lauf schon 4,4 cm breit.
Die Länge des Laufes beträgt 37,5 cm, die Länge der Seele 32,5 cm, der Durchmesser der Seele 21 mm, daher das Verhältnis des Kalibers zur Länge der Seele 1 zu 15,4.
Die Seele ist gleichmäßig und, soweit sich erkennen lässt, nicht mit der Hand gebohrt. Der eiserne stabartige Schaft ist 62,5 cm lang, wellenförmig gebogen, fest und von quadratischem Durchschnitt, vorne 2 cm, am rückwärtigen Ende 1 cm breit und in das hintere Ende des Laufes eingeschweißt.
Die ganze Länge der Hakenbüchse beträgt 1 m, das Gewicht 4,65 kg; es konnte demnach diese Hakenbüchse zweifellos von einem einzelnen Mann getragen und gehandhabt werden; der Haken sowie die wellenförmige Form des stabartigen Schaftes erleichterten die Handhabung; auch die Verwendung zu Pferd wäre nicht ausgeschlossen.
Eine andere augenscheinlich geschäftete Hakenbüchse, bei welcher der Haken schon direkt an den Lauf angesetzt ist, und welche ebenfalls der älteren Zeit angehört, befindet sich im Museum des Königreiches Böhmen in Prag.
Der Lauf dieser Hakenbüchse ist aus Schmiedeeisen, einfache Arbeit, zylindrisch, 54 cm lang. Die Länge der Seele beträgt 51 cm, der Durchmesser der Seele 24 mm, daher das Verhältnis des Kalibers zur Länge der Seele 1 zu 21,3. Der Lauf ist rückwärts durch einen eingetriebenen oder eingeschweißten Eisenkern geschlossen; das Zündloch befindet sich rechts seitwärts und ist als muldenförmige Vertiefung eingetrieben. Der Schaft fehlt.
Dass die Entstehung der Hakenbüchsen beiläufig diesem hier bezeichneten Weg gefolgt ist, geht auch aus dem Umstand hervor, dass bei allen bisher bekannt gewordenen Hakenbüchsen das Verhältnis des Kalibers zur Länge der Seele zwischen 1 zu 28 bis 1 zu 40 und darüber beträgt, diese demnach schon einer Zeit angehören, in welcher die langen Läufe allgemein üblich waren, während die hier oben beschriebenen Hand- und Hakenbüchsen noch zu den kurzen Läufen gerechnet werden müssen, da bei diesen das Verhältnis des Kalibers zur Länge der Seele nur 1 zu 8 und 1 zu 10, und schließlich erst 1 zu15 und 1 zu 21,3 erreicht.
Der in verschiedener Form vorkommende unterhalb an den Lauf angesetzte Haken führte schließlich zur Bezeichnung «Hakenbüchse», mit welcher, ähnlich wie bei den Wagen-, Karren-, Taras- und Handbüchsen eine bestimmte Art der Handhabung ausgedrückt werden sollte. Die Bezeichnung «Hakenbüchse» schließt die Verwendung eines Hakens bei der Handhabung in sich; es waren Feuerwaffen, welche beim Abschießen an eine feste Unterlage eingehakt oder mittels des Hakens an diese angelegt werden mussten.
Diese Unterlagen waren verschieden, z. B. eine Mauer, ein Holzbalken usw. Dieselben mussten so stark sein, dass sie den Rückstoß aufnehmen konnten; später wurden für größere Hakenbüchsen besonders konstruierte Unterlagen, «Böcke», mit ins Feld genommen und die dazu gehörigen Hakenbüchsen «Pockhackenpüchsen» genannt.
1 Die genauen Abmessungen verdanken wir einer freundlichen Mitteilung der Direktion des Germanischen Museums in Nürnberg. Vgl. Quellen 110 u. 7 B. I.

Urkundlich werden die Hakenbüchsen zuerst im «museriebok» der Stadt Braunschweig erwähnt.1 Dieser Papierkodex wurde im Jahre 1409 von Hans Porner angelegt und alle Eintragungen bis zum Jahre 1415 von diesem persönlich besorgt. Zu Polycarpi (16. Januar) des Jahres 1415 wurde Stacius Velehower in Braunschweig «musemester»,2 welcher als solcher auch die weiteren Eintragungen übernahm. Tatsächlich sind auch die nach dem Jahr 1415 und unten angeführten Stellen von der Hand Stacius Velehowers geschrieben; es darf daher die erste urkundliche Erwähnung nicht vor dem Jahr 1415 angenommen werden. In den städtischen Kämmerei-Rechnungen der Stadt Braunschweig ist zum Jahr 1419 eine Ausgabe enthalten, welche sich augenscheinlich auf die im «museriebok» eingetragenen Hakenbüchsen bezieht, so dass es wahrscheinlich wird, dass die ersten Hakenbüchsen im Jahr 1419 in Gebrauch kamen.
Es war notwendig, dies eingehend darzulegen, weil behauptet wird, dass die Hakenbüchsen schon um 1400 erwähnt werden. Im «museriebok» heißt es auf Blatt 13:
«. . Ok sin dar 9 hakenbussen. item 1 hakenbusse, de mester Nikel got, de enwech lep ...»
«Ok sin tippe dem welwe 5 lotbussen, dat lode wecht ½ mrc.»
«Ok sint dar uppe 3 grote lotbussen, dat lode wecht 7 ½ lib.»
«Ok sin uppe dem welwe 17 hantbussen;» dies durchstrichen, als weiterhin 35 (etwas später in 37 korrigiert) aufgeführt werden.
«Ok sint dar blyen lode to dussen bussen alle, de sin in einer Kesten up dem welwe.»
Diese Angaben, welche von einem Fachmann, einem «musemester» herrühren, werden teilweise noch ergänzt durch Angaben in Hans Porners Gedenkbuch (1417—1426) und durch Eintragungen in den städtischen gemeinen Kämmereirechnungen. Im Gedenkbuch sind zum Jahr 1417 und 1418 folgende Angaben enthalten:
«Ok is dar 3 lodbussen de Heysterbom ghot to dersulven tid. jowelk wecht 3 cyntenere, unde dat lod wecht 7 ½ lib.
«Ok is dar 26 klene donnerbussen unde lodes ennoch.»
«hantbussen.»
«Ok is dar clene lodbudele ennoch dar to.»
«Item 19 lodbussen in anno 1417 Egidi. Unde vele mere ghot me dar to in 1421.»
Die Kämmereirechnungen enthalten folgende Eintragungen:
«1415. Item 5 fert. minus 9 den. vor 6 lodbussen to ghetende.»
«1416. Item 3 lot vor 1 lotbussen Hinrik Kannenghetere.»
«Item 11 güldene 1 ort vor 2 syntener kopperes to 2 bussen item 2½ fert. vor 1 verndel tens dar to.»
«1417. Item 3 mrc. 5 lot. 6 den, dem bussenmeistere vor 18 hantbussen.»
«1419. Primo 46 sol. 3 den. mester Henninge vor 10 bussen, de weghet 67 pund 1 verndel.»
«1420. Primo ½ mrc. vor 2 hantbussen mester Henninge.».
Aus diesen Angaben lässt sich für die Entwicklung der Lotbüchsen für die vorliegende Zeit und speziell für Braunschweig folgende Darstellung ableiten.
Die Lotbüchsen werden eingeteilt in große Lotbüchsen, Lotbüchsen, Hakenbüchsen und Handbüchsen.
Gegenüber der bisher nachgewiesenen Einteilung sind die Hakenbüchsen neu hinzugekommen, hingegen fehlen die Tarasbüchsen; es ist sehr wahrscheinlich, dass diese, wie beim Deutschen Orden, bei den großen Lotbüchsen mitgezählt wurden. Die großen Lotbüchsen haben ein Gewicht von drei Zentner;3 das Bleigeschoss wiegt 7,5 Pfund, das Verhältnis zwischen Rohr- und Kugelgewicht ist demnach 46:1. Dem Gewicht des Bleigeschosses entspricht ein Kaliber von nahezu 80 mm; das Rohr war gegossen und aus Kupfer mit stärkerem Zusatz von Zinn.
Die Lotbüchse von Vesterberg schoss 6 Pfund Blei; bei gleichem Verhältnis des Rohr- zum Kugelgewicht würde diese Lotbüchse 276 Pfund gewogen haben.
Diese großen Lotbüchsen entsprechen daher den oben angegebenen Gewichtmengen der Tarasbüchsen, welche hier unter die großen Lotbüchsen eingereiht sind.
Die Lotbüchsen hatten ein Geschossgewicht von 1,5 Mark oder dreiviertel Pfund oder 0,35 kg. Bei demselben Verhältnis zwischen Rohr- und Geschossgewicht entspricht diesem Geschossgewicht ein Rohrgewicht von circa 35 Pfund oder 17 kg und ein Kaliber von nahezu 40 mm.
Es waren demnach die Lotbüchsen zweifellos tragbare Feuerwaffen, welche geschäftet 40—50 Pfund Gewicht hatten, während zur Fortbringung der schweren großen Lotbüchsen Scheiben und später hohe Räder notwendig waren.
Die 10 Hakenbüchsen waren offenbar kleiner als die Lotbüchsen und grösser als die Handbüchsen. Zum Jahr 1419 sind 10 Büchsen mit einem Gesamtgewicht von 67 Pfund und ein Viertel (29 Pfund), daher 96 Pfund, angeführt. Das Gewicht einer Büchse beträgt somit 9,6 Pfund oder 4,5 kg; war dieses angegebene Gewicht das Rohrgewicht, so entspricht dasselbe einem Kugelgewicht von 6,6 Lot oder 0,098 kg und einem Kaliber von circa 26 mm. Eine geschäftete Hakenbüchse konnte daher 15—20 Pfund oder 7—10 kg Gewicht gehabt haben.
Diese obigen Zahlen mussten sich aber in dem Maße verändern, in welchem das Verhältnis zwischen Länge der Seele und Kaliber sich veränderte; es ist natürlich, dass bei gleichem Kaliber und bei zunehmender Länge der Seele auch das Rohrgewicht zunehmen musste, daher die Hakenbüchsen in der folgenden Zeit, in welcher die Länge der Seele über 15 — 20 Kaliber hinaus bis 30 und bis 40 Kaliber vergrößert wurde, entsprechend schwerer werden. Zwischen dem Rohrkaliber und dem Durchmesser der Bleikugel bestand überdies noch eine kleine Differenz, welche das anstandslose leichte Laden ermöglichen sollte.
Das Gewicht der Handbüchsen ist aus diesen Daten nicht zu entnehmen; die Kämmerei-Rechnungen der Stadt Wien4 jedoch enthalten zum Jahr 1426 folgende Angaben, welche auch für die Handbüchsen ein beiläufiges Kalkül zulassen.
«Kupher 9 cent. per 4 guld. 3 örtt facit 32 Pfund 15 dn.
«ain zentn. zinn darzu pro 7 Pfund dn.»
«aus dem benannten Kupher und zinn sind worden 171 puchsen wegent 912½ Pfund.»
«von jedem zentn. ze giessen 3 Pfund 6 sh. dn. Facit 34½ Pfund dn.»
«von den benantep puchsen anzeschifften, von jeder 6 dn. facit 6 ½ Pfund 6 dn.»
«so hab wir kaufft von maister Erhartten eissen ein hantpuchsen 40 stukeh per ½ Pfund facit 20 Pfund dn.»
«aber eisnein hantpuchsen 22 stukeh per 33 sh. dn. facit 8 Pfund 60 dn.»
Werden die 171 Büchsen vollkommen oder nahezu gleich angenommen, so beträgt das Gewicht einer Büchse 5,3 Pfund oder 2,5—3 kg; diese Feuerwaffen müssen demnach schon infolge des Gewichtes als eigentliche Handbüchsen bezeichnet werden. Dem ermittelten Rohrgewicht entspricht ein Geschossgewicht von 3,6 Lot oder 0,054 kg und einem Kaliber von circa 20 mm. Eine geschäftete Handbüchse müsste demnach ein beiläufiges Gewicht von 7—10 Pfund oder 4—5 kg gehabt haben.
Vergleicht man diese Angaben mit den obigen Darstellungen aus den Bilderhandschriften, so war es gewiss möglich, dass ein Schütze eine Handbüchse von 4—5 kg aus freier Hand, sei es im schiefen oder im geraden Anschlag abfeuern konnte. Die Hakenbüchsen mit 7—10 kg Gewicht müssen dem Gewicht nach als Handfeuerwaffen bezeichnet werden, welche von einem einzelnen Mann anstandslos getragen, jedoch nicht aus freier Hand, wohl aber von der Schulter oder von einer Unterlage abgeschossen werden konnten. Nach der Ausrüstung mit dem Haken war die Handhabung ungemein erleichtert, wenn das Gewicht der Waffe dasselbe blieb.
Wurde hingegen das Gewicht vergrößert, so musste dadurch die Beweglichkeit der Fortbringung durch einen einzelnen Mann beeinträchtigt werden; es trat die Notwendigkeit ein, für Transport und Handhabung einen zweiten oder dritten Mann hinzutreten zu lassen, oder wie bei den Tarasbüchsen, für mehrere Hakenbüchsen einen besonderen Wagen bereitzustellen.
Die Hakenbüchsen stehen somit sowohl in Bezug auf ihre Größe als auch in Bezug auf ihre Verwendbarkeit den eigentlichen Handbüchsen zunächst und werden auch in dieser Reihenfolge in den Inventarien dieser und der späteren Zeit angeführt. In dem Verzeichnis über Verluste an Waffen, welches Graf von Wertheim, Besitzer der Schweinsburg, im Jahr 1438 an seinen Lehensherrn, den Pfalzgrafen, einsendete, werden folgende Feuerwaffen genannt:5
«an armbrusten: L guter armbruste, L vinden, achtdusent pfyl.»
«an Buchsen:
«ein yserin tarreszbuchsen, die ein blyen Kogel schoss by 15 pfunde.
«dry gegossen schirmbuchsen, die igliche schoss ein blyen Kogel bei 8 pfunden;
«vier steinbuchsen mit jren Kamern und laden wol beslagen, die igliche Büchse schosse als gross steyns als ein quecke Bosskugel.
«vier fogeler;
«60 hokenbuchsen;
«60 hantbuchsen;
«60 sprinkbuchsen;
«8 tume pulffers, 11 zentner blys.»
Hier stehen die Hakenbüchsen unmittelbar vor den Handbüchsen, und aus der Art der Aufzählung geht hervor, dass die Hakenbüchsen sowohl an Größe als auch in Bezug auf Geschossgewicht den Handbüchsen zunächst standen.
Die «sprinkbuchsen» waren sehr wahrscheinlich kleine, kurze eiserne Handbüchsen ältester Konstruktion; diese Bezeichnung kommt sonst nur äußerst selten vor, und lässt eine andere Erklärung nicht zu.
Bei der Übergabe des Schlosses zu Wernigerode an den Grafen von Schwarzburg wurden ausführliche Inventarien aufgenommen, welche folgende Angaben über Feuerwaffen enthalten:
«1441 und 1445. 4 hant buchsen, 6 hake buchsen dii werden gegossen von eyn czubirchen (brachen) stein buchsen, 2 tarrasz buchszen, 1 stein buchsze, 1 zcu birchen steinbuchsze, 2 feschen mit salpet. etc. 1 feschen mit philen, Geschucze myns
hern v. Stolberg.
1442 und 1445. Geschuzze myns hern v. Schwarczburge. 3 steyn bochszen, 2 tarres bochszen, 9 hakin bochszen, 7 hant bochszen der ist eyn zcu brachen, 2 schog Steyn darczu, ½ schog steyne darczu, ½ schog groszer bly czu den tarris bochszen, 27 dy cleyn sind vnd ouch czu den kleyn bochszen bly by 3 Schogken, 7 stepphele yserin czu den bochszen.
Puluer, 2 tonnen vnd 1 eymerig fasz vol puluers, 1 cleyn veszchin halp vol etc. Armbrost. 11 armbrost . . . vnd 6 krige .. ,6
Auch hier stehen die Hakenbüchsen in der Reihenfolge vor den Handbüchsen und hinter den Tarasbüchsen; aus der Beschreibung der Munition geht auch hervor, dass die Hakenbüchsen von kleinerem Kaliber waren.
Krige — Kriege oder Kriecher sind eine Art Kratzeisen zum Reinigen von Feuerwaffen; Grimm Wörterbuch, 2211, 4; Adelung II, 1784; — mit diesem Zweck dürfte auch teilweise der eiserne oben beschriebene Kopf am Ladestock der Prager Handbüchse in Verbindung zu bringen sein.
Auch die Kämmerei-Rechnungen der Stadt Wien geben über die Hakenbüchsen einigen Aufschluss.7
Zum Jahr 1444 f. 150 heißt es:
«Darnach ander stukch und zeug.
«zwo kuphrein virtailpuchsen und 9 klain kuphrein püchsen auf redlein, vir alt eisnein püchsen ain alte eisneine virtailpüchsen, ain alte grosse eisneine püchsen, ain kuphreine klaine püchsen, ain kuphreine püchsen scheust drei kugln mit aim züntloch (wurde im Jahre 1445 als «tarraspüchsen» bezeichnet) fünf kuphrein hagkenpüchsen, 98 kuphrein hantpüchsen und eisnein, 18 alt eisnein püchsen an Stil und in lad gefasst, item 9 mülterl und zwai sekchl mit grossen und klainen pleikugeln.»
Auch hier ist die Reihenfolge dieselbe wie oben, die Hakenbüchsen rangieren zwischen den Taras- und den Handbüchsen.
Im Jahr 1445 fol. 163 wurde eingetragen:
«zwo kuphrein virtailpuchsen und 9 klain kuphrein püchsen auf redlein und 7 kuphrein püchsen sind neu gefasst;»
«5 kuphrein hagkenpuchsen und 98 kuphrein handpuchsen mit etlichen peutln»
«vir alt eisnein püchsen und ein alt eisnein virtailpüchsen und ain grosse alte eisneine püchsen; — 3 alt eisnein hagkenpuchsen und 18 alt eisnein püchsen an Stil und lad gefasst.»
Die 18 alten eisernen Büchsen wurden ebenfalls schon oben erwähnt, hingegen erscheinen hier drei alte eiserne Hakenbüchsen neben den fünf kupfernen; die alten eisernen waren augenscheinlich noch geschmiedet, die fünf kupfernen gegossen.
Im Jahre 1449 sagt eine Post auf fol. 59:
«½ centner plei zu kugeln in die hagkenpuchsen zu giessen», und zum Jahr 1451 fol. 79 heißt es:
«vom ersten umb püchsen und kupher maister Thoman Kren umb 7 hakenpüchsen wegent 1 centner 5 Pfund.»
Aus diesen Angaben geht hervor, dass der Lauf einer Hakenbüchse 15 Pfund Gewicht hatte und dass die Hakenbüchsen Bleikugeln schossen, welche gegossen wurden.
Im Jahr 1449 befinden sich zu Ettenheim fünf neue Hakenbüchsen, deren jede ebenfalls 15 Pfund wog. (Mone VI, 61.)
Im Inventar der Stadt Nürnberg vom Jahr 1462 werden alte Hakenbüchsen mit 8 und 13 Pfund, neue Hakenbüchsen mit 21 Pfund Gewicht genannt. Diese Angaben aus den amtlichen Eintragungen bestätigen das oben berechnete Gewicht, welches um das Jahr 1419 mit 9,6 Pfund beginnt und um die Mitte des 15. Jahrhunderts infolge der eingetretenen Verlängerung des Laufes bis 15 und 20 Pfund vergrößert wurde.
Man hat während der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zweifellos sowohl leichtere als auch schwerere Feuerwaffen, Lot- und Steinbüchsen mit dem Haken versehen und als Hakenbüchse ausgerüstet; allein so wie bei den eigentlichen Handbüchsen ein bestimmtes Gewicht nicht überschritten werden durfte, damit dieselben jederzeit von einem einzelnen Schützen aus freier Hand gehandhabt und abgeschossen werden konnten, ebenso durfte man bei den Hakenbüchsen über bestimmte aus der Praxis sich ergebende Gewichtsgrenzen nicht hinausgehen, sollte die Hakenbüchse jederzeit durch einen einzelnen Mann getragen und mittels des Hakens gehandhabt werden können.
Der praktische Gebrauch führte demnach auch bei den Hakenbüchsen zu einer Einheit, dem «Haken», welche bei sonst gleichen Dimensionen einem bestimmten Kaliber und einem bestimmten Geschossgewicht entsprechen sollte; in natürlicher Folge dieses Umstandes entstehen später der «Halbhaken» und der «Doppelhaken».
Die Erzeugung der Waffen durch Handarbeit hinderte jedoch das genaue Einhalten dieser Gewichtsgrenzen, trotzdem die Kriegsherren und Städte diese Gleichheit forderten. Auch das praktische versuchsweise Bemühen, die Waffen handlicher und wirksamer zu gestalten, brachte eine weitere große Verschiedenheit in Gewicht und Kaliber, welche auch bei den vielen aus dieser Zeit erhaltenen Hakenbüchsen vorkommt und beobachtet werden kann.
(Fortsetzung folgt.)
1 Die Chroniken der deutschen Städte, Bd. VI, 214 u. Anm. 6; 246 Anm. 1; 247 Anm. 1 und 3, 248 Anm. 2 und 7
2 «Mus» hieß von alters annulus ferreus, ein eiserner Ring, macula loricae eine Panzermasche, darnach brauchte man’s für den Panzer selbst; Mus-eisen, lorica. Daher Muserie, armainentarium, das Zeughaus, wo die Panzer verwahrt wurden, wo die Muse-Meister das Geld zur Muserie verwahrten u. a. m. — Musemeister: Curatores armamentarii. — (F. v. Leber: Wiens Kaiserliches Zeughaus. Leipzig, 1846, I, 3.)
3 Der Braunschweiger Zentner hatte 116 Pfund.
4 Dr. K. Uhlirz, Der Wiener Bürger Wehr und Waffen.
5 Alexander Kaufmann und Dr. Th. H. Warnkönig-, «Nachträge und Ausführungen zu Jos. Aschbachs: Geschichte der Grafen von Wertheim» im A. f. K. d. d. V. 1857, 246.
6 B. G. v. St. Nachrichten über die älteren Feuerwaffen im Schloss zu Wernigerode. A. f. K. d. d. V. 1871 69 ff.
7 Dr. K. Uhlirz: Der Wiener Bürger Wehr und Waffen.

Quelle: Zeitschrift für Historische Waffenkunde. Organ des Vereins für historische Waffenkunde. II. Band. Heft 5. Dresden, 1900-1902.
