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Schwertscheide aus dem Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts

Schwertscheide aus dem Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts.
Schwertscheide aus dem Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts.

A zeigt den oberen Teil einer Schwertscheide mit dem daran befestigten Riemen zum Umgürten; das Original wird im Dom zu Bamberg aufbewahrt.

Als wir diesen Gegenstand im Jahre 1842 untersuchten, war er fest mit den Riemen umschlungen, die zu einem Knäuel zusammengenäht waren. Beim Auftrennen und Lösen erkannten wir den oberen Teil einer Schwertscheide mit dem dazugehörigen Riemenwerk, wie es in der zweiten Hälfte des 12. und im 13. Jahrhundert nahezu ausnahmslos zur ritterlichen Tracht gehörte, insbesondere in Deutschland.

Bis dahin kannte man diesen Schwertriemen lediglich aus zahlreichen Pergamentmalereien und einigen Grabmonumenten.

Er bestand stets aus weißem Leder und war an einem Ende mit zwei Schlitzen versehen, während er am anderen Ende in zwei Riemen auslief. Beim Umgürten des Schwertes wurden diese durch die Schlitze gezogen und zu einer Schleife gebunden.

Aufgrund seiner Einfachheit scheint dieser Riemen möglicherweise eine symbolische Bedeutung gehabt zu haben, die bisher jedoch nicht ermittelt werden konnte. Gegen das 14. Jahrhundert verschwindet er. An seine Stelle trat der Wehrgürtel (*Cingulum militare*), ein breiter, gegliederter Metallgürtel, der waagerecht unterhalb der Hüfte den Lederrock (*Lendner*) als Standesabzeichen des Ritters umschloss.

Der erhaltene Teil der Schwertscheide A besteht aus Holz und ist mit Pergament überzogen. Die Ornamente besitzen die natürliche Farbe des Pergaments, während ihr Hintergrund braun bemalt ist. An der Mündung der Scheide befindet sich ein halbrundes Lederstück, das noch teilweise von einem Flechtwerk aus grüner und roter Seide bedeckt ist.


B zeigt die Schwertscheide von der Rückseite.


Text- und Bildquelle: Jakob Heinrich Hefner-Alteneck: Waffen; ein Beitrag zur historischen Waffenkunde vom Beginn des Mittelalters bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Frankfurt am Main, 1903.

 © Carsten Rau