Bodenfunde aus dem Svitava Fluss (Tschechien)

Fig. 1. Eiserne Nadel.
Fig. 1. Eiserne Nadel.

Bei Gelegenheit der im Jahre 1862 vorgenommenen Uferversicherungsarbeiten des Svitava-Flusses, welche bei der Brücke zwischen den Dörfern Kumrowic und Černovic nächst Brünn vorgenommen wurden, ist vom Flusswächter unter der Talsohle circa 11 Fuß in der Zwittawa ein Menschenschädel gefunden worden, der einen auffallend gebogenen Nasenansatz hatte. Der Schädel war an zwei Seiten mit einer eisernen Nadel durchbohrt, welche die Schläfe durchdrang. Desgleichen war er mit einem etwa 3" langen spitzen Widerhaken, welcher an der oberen Decke herausstand, durchdrungen. Die Spitze wurde leider beim Herausnehmen abgebrochen und samt dem Schädel als unnütz weggeworfen. Nur die Nadel haben die Arbeiter aufbewahrt.


Der k.k. Statthalterei-Rat und Brünner Bezirksamtsleiter Herr Eugen Graf Braida, ein in jeder Hinsicht kunstsinniger und für die Archäologie sehr animierter Verehrer, hat nach Meldung dieses Fundes die Nadel dem Brünner Museum gespendet.


Aus der hier gemachten Zeichnung ist zu ersehen, dass die Nadel eine edle und symmetrische Form besaß und wahrscheinlich aus der Zeit der vorchristlichen Eisenperiode stammte (Fig. 1).

Fig. 2. Axtkopf.
Fig. 2. Axtkopf.

Da nun die Arbeitsleute bei den Uferarbeiten auf später vorkommende und zu findende altertümliche Gegenstände aufmerksam gemacht wurden, so brachte der Flusswächter dem Grafen Braida im Spätherbst des Jahres 1863 neuerdings einige im Flussbett der Zwittawa gefundene archäologische Objekte.


Selbe sind: Eine eiserne, 6" breite und 7½" hohe Hauwaffe, die. Hacke mit einer 7/8" breiten und 1¼" hohen Öse für den Handstiel (Fig. 2).


Dann das Kreuz samt einem Klingenteil von einem Schwert. Das Kreuz ist aus Eisen und an der Handhabe mit Messingdraht umwunden, durch das lange Liegen im Wasser jedoch ganz oxydiert und daher bedeutend beschädigt (Fig. 3).

 

Beide Objekte, welche ebenfalls dem Brünner Museum übergeben wurden, dürften wohl kein besonders hohes Alter nachweisen.
Moriz Trapp.

Fig. 3. Schwertgriff, beschädigt. Die Handhabe mit Messingdraht umwunden.
Fig. 3. Schwertgriff, beschädigt. Die Handhabe mit Messingdraht umwunden.

Quelle: Mittheilungen der K.K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale. Wien, 1865.