
Dem gesuchten, und in Kriegszeiten geplagten Pulvermacher, der sein gefährliches Gewerbe je nach Bedarf und Bezahlung bald in dieser Stadt, bald bei jenem Landesherrn ausübte, seine Arbeit zu erleichtern, trachtete der Urheber unseres kleinen Bildes.
Es war ein kenntnisreicher Ingenieur, namens Branca, der im Jahre 1629 ein Buch über vielerlei neuartige Maschinen herausgab. Hier plant er, das Stampfwerk eines Pulvermachers durch Dampfkraft zu betreiben.
In einer üblichen Perspektive wird gezeigt, wie mehrere Zahnräder die Bewegung eines großen Dampfrades immer mehr verlangsamen und endlich eine Walze drehen, an der zwei Stifte die Stampfer emporheben. Gegen die Zellen des Dampfrades bläst ein Strahl aus einem lächerlich klein gezeichneten Dampfkessel. Um dies Blasen dem Laien verständlich zu machen, hat der Dampfdom die Gestalt eines blasenden menschlichen Kopfes. Oben auf dem Schädel sehen wir die Verschraubung zum Einfüllen des Wassers. Der Dampfkessel ruht etwas primitiv auf einer dreibeinigen Pfanne, aus der die Flammen an den Kesselwandungen emporzüngeln.
Welch langer und mühseliger Weg, zwischen diesem Dampfrad und unsern heutigen, ähnlichen Dampfturbinen, die uns unsere Kriegsschiffe treiben!
Quelle: F. M. Feldhaus, Modernste Kriegswaffen – alte Erfindungen. Leipzig, 1915.
