
Zu sehen ist das aus dem Meer zu ziehenden toten Wal durch Ruderboote und durch Seilziehen einer mehrköpfigen Mannschaft. Der zweite Schritt ist die Zerlegung des Kadavers in handliche Einzelteile und das auskochen in riesigen Kesseln. Dazu wurden große Holzbestände benötigt, die im besten Fall vor Ort gewonnen wurden. Teile des Fleisch von Rentieren und Eisbären wurden per Schlitten in die nächste Ortschaft transportiert. Die Figuren rechts oben sind Götzenbilder der eingeborenen, die verehrt werden und denen Feueropfer dargeboten werden.
Bei Waigats und Fretum Nassow handelt es sich um historische Namen für die Jugorstraße (russisch Югорский Шар), eine wichtige arktische Meerenge zwischen dem russischen Festland und der Insel Waigach, die den Zugang zum Karischen Meer ermöglicht.
Das Wort Samivti bedeutet: eingeborene Nordländer, samivti genannt, die das Harpunieren von Walfischen seid Generationen ausüben.
Eine Geschichte von Mut, Gefahr und harter Arbeit auf den Weltmeeren
Über Jahrtausende hinweg gehörte der Wal zu den geheimnisvollsten und zugleich wertvollsten Tieren der Erde. Für die Menschen an den Küsten war er zunächst ein seltenes Wunder der Natur, später
eine begehrte Rohstoffquelle und schließlich die Grundlage eines ganzen Wirtschaftszweiges, der Tausende Familien ernährte und ganze Städte reich machte. Die Geschichte der Waljagd ist jedoch
nicht nur eine Geschichte des Handels und der Seefahrt. Sie ist vor allem eine Geschichte von Menschen, die bereit waren, für ihren Lebensunterhalt ungeheure Gefahren auf sich zu nehmen. Kaum ein
Beruf des 17., 18. oder frühen 19. Jahrhunderts war gefährlicher als jener des Walfängers. Wer sich auf die Jagd nach den größten Tieren der Erde begab, musste Monate oder sogar Jahre fern der
Heimat verbringen, Hunger, Krankheiten, Stürme, Eis, Schiffbruch und den Kampf mit gewaltigen Meeressäugern überstehen.
Die ältesten Spuren der Walnutzung reichen weit in die Vorgeschichte zurück. Schon steinzeitliche Küstenbewohner verwendeten Knochen und Fett von Walen, die an Stränden angespült worden waren.
Solche Strandungen waren für kleine Gemeinschaften ein Glücksfall. Ein einziger Wal konnte genügend Fleisch liefern, um zahlreiche Menschen über Wochen oder Monate zu ernähren. Seine Knochen
wurden zu Werkzeugen verarbeitet, aus den Sehnen fertigte man Schnüre, und das Fett diente als Brennstoff.
Ob die Menschen bereits in der Steinzeit aktiv Wale jagten, ist umstritten. Sicher ist jedoch, dass Küstenvölker des Nordatlantiks und Nordpazifiks schon sehr früh Techniken entwickelten, um
Meeressäuger zu erbeuten. Besonders bekannt wurden die Basken, die als eigentliche Begründer der europäischen Hochseewaljagd gelten. Bereits im frühen Mittelalter jagten sie entlang der Küsten
des Golfs von Biscaya den Nordkaper. Dieser Wal erhielt seinen englischen Namen „Right Whale“ – der „richtige Wal“ –, weil er sich besonders gut für die Jagd eignete. Er schwamm vergleichsweise
langsam, besaß große Mengen Fett und blieb nach dem Tod an der Wasseroberfläche treiben.
Die baskischen Walfänger entwickelten Techniken, die später in ganz Europa übernommen wurden. Von Aussichtspunkten an der Küste hielten Wächter nach den charakteristischen Blasfontänen Ausschau.
Entdeckte man einen Wal, liefen kleine Boote aus und näherten sich dem Tier. Mit Handharpunen wurde der Wal getroffen. Danach begann ein oft stundenlanger Kampf.
Schon diese frühe Waljagd war gefährlich. Ein Wal konnte ein Boot mit einem einzigen Schlag seiner Schwanzflosse zerstören. Er konnte Männer über Bord schleudern oder sie mit sich in die Tiefe
reißen. Dennoch war der wirtschaftliche Gewinn so groß, dass immer neue Mannschaften hinausfuhren.
Im Laufe des 16. Jahrhunderts weitete sich die Jagd immer weiter nach Norden aus. Die Küstengewässer Europas waren vielerorts bereits leer gejagt worden. Gleichzeitig stieg der Bedarf an Walöl.
Europa befand sich in einer Phase wirtschaftlichen Wachstums. Städte wurden größer, Handel und Handwerk nahmen zu. Für all diese Entwicklungen wurden Rohstoffe benötigt, die Wale liefern
konnten.
Der große Aufschwung der Waljagd begann im 17. Jahrhundert mit der Entdeckung der reichen Walgründe rund um Spitzbergen. Als englische und niederländische Seefahrer diese arktischen Gewässer
erreichten, fanden sie dort gewaltige Bestände von Grönlandwalen vor. Die Nachricht verbreitete sich rasch. Bald segelten jedes Frühjahr ganze Flotten nordwärts.
Doch erst im 18. Jahrhundert erreichte die Waljagd ihre klassische Form. Dieses Jahrhundert war die große Zeit der europäischen Walfänger. Vor allem Niederländer, Briten, Dänen, Deutsche und
später auch Amerikaner beteiligten sich an der Jagd. Städte wie Amsterdam, Rotterdam, Hull, Whitby oder Nantucket verdankten einen Teil ihres Wohlstands dem Walfang. Für die Männer, die auf
diesen Schiffen anheuerten, begann jede Reise mit einem Abschied, dessen Ausgang ungewiss war. Viele kehrten niemals zurück.
Eine Fahrt in die arktischen Fanggebiete war eine der beschwerlichsten Unternehmungen ihrer Zeit. Die Schiffe verließen im Frühjahr die Heimat, wenn die Eismassen des Nordens langsam aufzubrechen
begannen. Die Reise führte durch die stürmische Nordsee, vorbei an Norwegen, oft bis weit über den Polarkreis hinaus.
Wochenlang sahen die Männer nichts als Wasser, Nebel und Himmel. Die Kälte nahm stetig zu. Das Deck war häufig von Eis überzogen. Taue gefroren zu harten Stangen. Segel wurden steif wie Bretter.
Selbst einfachste Arbeiten wurden zu einer Qual.

Die Unterbringung an Bord war äußerst beengt. Die Mannschaft schlief in engen Kojen, oft zu mehreren in einem Raum. Frische Lebensmittel waren nur für kurze Zeit verfügbar. Danach bestand die
Nahrung aus Pökelfleisch, getrocknetem Fisch, Hartkeksen und Erbsenbrei. Die berühmten Schiffszwiebacke waren so hart, dass sie häufig vor dem Verzehr in Flüssigkeit eingeweicht werden
mussten.
Frisches Wasser verdarb oft schon nach wenigen Wochen. Es entwickelte einen modrigen Geschmack und war voller kleiner Organismen. Dennoch musste es getrunken werden. Besonders gefürchtet war der
Skorbut. Die Krankheit entstand durch Vitamin-C-Mangel und konnte innerhalb weniger Monate ganze Besatzungen schwächen. Zahnfleischbluten, Schmerzen, Erschöpfung und schließlich der Tod waren die
Folgen. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts erkannte man allmählich die Bedeutung von Zitrusfrüchten.
Zu den Krankheiten kamen die Gefahren der Arktis. Nebelbänke konnten plötzlich auftauchen und die Sicht vollständig nehmen. Eisberge trieben lautlos durch die Gewässer. Stürme entwickelten enorme
Gewalt. Immer wieder wurden Schiffe gegen Packeis gedrückt und zerquetscht.
Ein besonders gefürchtetes Szenario war das Einschließen im Eis. Wenn das Packeis sich schloss, konnte ein Schiff wochenlang oder sogar monatelang festliegen. Die Besatzung war dann der Kälte
nahezu schutzlos ausgeliefert. Viele Schiffe gingen auf diese Weise verloren.
Trotz all dieser Gefahren begann die eigentliche Arbeit erst, wenn ein Wal gesichtet wurde. Auf den Mastspitzen hielten Ausgucke nach den charakteristischen Blasfontänen Ausschau. Ein erfahrener
Beobachter konnte die Art eines Wals oft allein anhand seiner Fontäne erkennen. Wurde ein Wal entdeckt, ertönte der Ruf: „Da bläst er!“ Sofort geriet das gesamte Schiff in Bewegung.
Die Fangboote wurden zu Wasser gelassen. Diese Boote waren leicht, schnell und äußerst wendig. Jedes wurde von mehreren Ruderern, einem Steuermann und dem Harpunier besetzt. Nun begann die
eigentliche Jagd. Die Männer ruderten so leise wie möglich auf den Wal zu. Oft herrschte dabei völlige Stille. Jeder wusste, dass ein unvorsichtiger Laut das Tier verscheuchen konnte.
War man nahe genug herangekommen, erhob sich der Harpunier. In diesem Moment trennten manchmal nur wenige Meter Mensch und Wal. Dann schleuderte er seine Harpune. Traf sie ihr Ziel, begann
augenblicklich eine dramatische Verfolgung.
Der Wal reagierte meist mit panischer Flucht. Mit gewaltiger Kraft schoss er davon und zog dabei das Boot hinter sich her. Diese Phase wurde als „Nantucket Sleigh Ride“ bekannt – die
„Nantucket-Schlittenfahrt“. Das kleine Boot raste über die Wasseroberfläche, gezogen von einem Tier, das viele Dutzend Tonnen wog.
Die Leinen mussten dabei ständig kontrolliert werden. Wickelte sich ein Tau um Arm oder Bein, konnte ein Mann innerhalb von Sekunden über Bord gerissen werden. Zahlreiche Walfänger verloren auf
diese Weise ihr Leben.
Nicht selten tauchte der Wal plötzlich in die Tiefe. Dann rasten Hunderte Meter Leine durch die Hände der Besatzung. Die Reibung konnte das Tau zum Glühen bringen. Deshalb wurden die Leinen
ständig mit Wasser gekühlt.
War der Wal erschöpft, näherte sich das Boot erneut. Nun kamen die Lanzen zum Einsatz. Mit ihnen versuchten die Männer, lebenswichtige Organe zu treffen. Oft dauerte dieser Kampf mehrere
Stunden.
Manche Wale verteidigten sich erbittert. Sie schlugen mit der Schwanzflosse um sich oder griffen die Boote direkt an. Immer wieder wurden Boote zerschmettert. Männer verschwanden in den eisigen
Fluten oder wurden von den gewaltigen Körpern der Tiere getroffen.
Besonders gefährlich waren Pottwale. Diese Tiere konnten über zwanzig Meter lang werden und besaßen enorme Kraft. Der berühmteste Vorfall ereignete sich 1820, als der Pottwal, der später die
Figur des Moby Dick inspirierte, das Walfangschiff Essex rammte und versenkte.
Solche Ereignisse waren selten, aber sie zeigten, wie gefährlich die Waljagd tatsächlich war. War der Wal schließlich tot, begann die nächste schwere Arbeit. Der Kadaver musste längsseits des
Schiffes befestigt werden. Nun begann das sogenannte „Flensen“.
Dabei schnitten die Männer riesige Streifen aus Speck und Fett vom Körper des Wals. Diese Arbeit fand häufig auf rutschigen, blutigen Oberflächen statt. Die Arbeiter standen oft stundenlang auf
dem Kadaver selbst. Ein Fehltritt konnte tödlich sein.
Die Fettstreifen wurden an Bord gezogen und weiter zerkleinert. Anschließend kochte man sie in großen Kesseln aus. Dabei entstand das begehrte Walöl. Der Gestank dieser Arbeit war berüchtigt.
Zeitgenössische Berichte beschreiben ihn als nahezu unerträglich. Blut, Fett, Rauch und verwesende Gewebe vermischten sich zu einem Geruch, der sich tief in Kleidung, Haare und Haut fraß.
Warum aber nahm man all diese Mühen überhaupt auf sich?
Der wichtigste Grund war das Öl. Vor der Nutzung von Erdöl gehörte Walöl zu den wertvollsten Rohstoffen der Welt. Es brannte hell und relativ sauber. Millionen von Lampen wurden damit betrieben.
Straßenbeleuchtungen, Leuchttürme, Werkstätten und Wohnhäuser waren darauf angewiesen.
Besonders hochwertig war das Öl des Pottwals. Es eignete sich hervorragend als Schmiermittel für Maschinen. Mit Beginn der Industrialisierung stieg die Nachfrage noch weiter an.
Präzisionsinstrumente, Textilmaschinen und andere technische Geräte benötigten hochwertige Schmierstoffe.
Ebenso begehrt war das sogenannte Walrat. Dabei handelt es sich um eine wachsartige Substanz aus dem Kopf großer Pottwale. Walrat wurde zur Herstellung hochwertiger Kerzen verwendet. Solche
Kerzen brannten heller, sauberer und länger als gewöhnliche Talgkerzen.
Auch die Barten der Bartenwale waren von großem Wert. Diese elastischen Hornplatten wurden als „Fischbein“ gehandelt. Aus ihnen fertigte man Korsette, Schirmgestelle, Kutschenfedern,
Spazierstöcke und zahlreiche andere Gebrauchsgegenstände.
In einer Zeit vor Kunststoffen war Fischbein ein äußerst vielseitiger Werkstoff. Das Fleisch spielte dagegen in Europa meist nur eine untergeordnete Rolle. Zwar wurde es gelegentlich gegessen,
doch der eigentliche wirtschaftliche Wert lag im Fett und in den Barten.
Anders war dies in einigen nordischen Regionen sowie bei indigenen Völkern der Arktis. Dort wurde nahezu jeder Teil des Wals genutzt. Fleisch, Fett, Haut und Innereien dienten als Nahrung.
Knochen wurden zu Werkzeugen verarbeitet. Selbst die Därme fanden Verwendung. Für die großen europäischen Fangflotten stand jedoch der Rohstoffgewinn im Vordergrund.
Konnte man vom Walfang leben?
Diese Frage lässt sich nicht einfach beantworten. Viele einfache Matrosen verdienten nur wenig. Anders als auf Handelsschiffen erhielten Walfänger oft keinen festen Lohn. Stattdessen bekamen sie
einen Anteil am Gewinn der Reise. Dieses System wurde als „Lay-System“ bezeichnet. War die Fangsaison erfolgreich, konnte ein Mann durchaus gutes Geld verdienen. Blieb der Fang aus oder ging das
Schiff verloren, erhielt er wenig oder gar nichts.
Für Kapitäne, Schiffseigner und erfolgreiche Harpuniere waren die Gewinne dagegen beträchtlich. Einige Walfangunternehmer wurden sehr wohlhabend. Städte wie Nantucket oder New Bedford
entwickelten sich zu Zentren eines regelrechten Walfangkapitalismus.
Der einfache Walfänger lebte jedoch meist am Rand des Wohlstands. Die Arbeit war hart, die Risiken enorm, und viele Männer mussten Jahr für Jahr erneut anheuern. Besonders im 18. Jahrhundert
bestand die Besatzung oft aus Männern unterschiedlichster Herkunft. Neben erfahrenen Seeleuten fanden sich Bauernsöhne, Fischer, Abenteurer, Auswanderer und manchmal sogar ehemalige Soldaten an
Bord. Für viele war der Walfang eine der wenigen Möglichkeiten, überhaupt ein regelmäßiges Einkommen zu erzielen.
Die psychischen Belastungen waren ebenfalls erheblich. Eine Reise konnte viele Monate dauern. Kontakt zur Heimat gab es nicht. Briefe konnten erst nach der Rückkehr empfangen oder verschickt
werden. Man wusste nicht, ob Eltern, Ehefrauen oder Kinder noch lebten.
Monatelange Isolation führte häufig zu Spannungen innerhalb der Mannschaft. Disziplin war deshalb von entscheidender Bedeutung. Kapitäne galten oft als strenge Autoritäten, deren Entscheidungen
kaum hinterfragt wurden.
Im Laufe des 18. Jahrhunderts drangen die Walfänger immer weiter in die arktischen Gewässer vor. Gleichzeitig gingen die Bestände vieler Walarten zurück. Die Tiere wurden seltener, die Fangreisen
länger und kostspieliger.
Schon damals bemerkten einige Beobachter, dass die intensive Jagd Folgen hatte. Wo früher zahlreiche Wale anzutreffen gewesen waren, musste man nun oft tagelang suchen. Dennoch setzte sich die
Jagd fort, denn die wirtschaftlichen Interessen waren gewaltig.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verlagerte sich das Zentrum des Walfangs zunehmend in die Vereinigten Staaten. Amerikanische Schiffe befuhren nicht nur den Nordatlantik, sondern auch den Pazifik,
den Indischen Ozean und die Gewässer vor Südamerika.
Manche Reisen dauerten nun zwei oder drei Jahre. Die Schiffe wurden zu schwimmenden Fabriken. An Bord befanden sich riesige Vorräte, Ersatzmaterialien und Ausrüstung für lange Aufenthalte auf
See. Die Gefahren blieben dieselben. Stürme, Krankheiten, Schiffbrüche und der Kampf mit den Walen forderten weiterhin zahlreiche Opfer. Dennoch hielt die Jagd an, weil die Welt noch immer auf
Walprodukte angewiesen war.
Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann sich dies zu ändern. Erdöl wurde zunehmend verfügbar. Petroleum verdrängte das Walöl als Brennstoff. Neue Materialien ersetzten Fischbein.
Gleichzeitig führten technische Entwicklungen zu neuen Formen der Waljagd, die schließlich in die industrielle Massenjagd des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts mündeten.
Die klassische Waljagd des 18. Jahrhunderts blieb jedoch etwas Eigenständiges. Sie war keine industrielle Fabrikarbeit, sondern ein Kampf zwischen Menschen und den größten Tieren der Erde,
ausgetragen in einigen der unwirtlichsten Regionen des Planeten. Jeder Wal musste einzeln gesucht, verfolgt und erlegt werden. Jeder Fang erforderte Geschick, Mut und oft auch Glück. Die Männer
arbeiteten bei eisiger Kälte, auf schwankenden Booten, umgeben von Packeis, Nebel und stürmischer See.
Wer heute Berichte jener Zeit liest, gewinnt leicht den Eindruck, dass die Walfänger zugleich Jäger, Seeleute, Handwerker und Abenteurer waren. Sie lebten in einer Welt, in der der Horizont
wochenlang unverändert blieb, in der das Knacken des Eises lebensbedrohlich sein konnte und in der ein einziger Fehler genügte, um in den schwarzen Wassern des Nordens zu verschwinden. Für viele
Familien in den Hafenstädten Europas und Amerikas bedeutete der Walfang dennoch Brot, Arbeit und Hoffnung auf ein besseres Leben. Gerade deshalb prägte die Waljagd über Jahrhunderte ganze
Regionen und hinterließ einen tiefen Eindruck in Literatur, Seefahrtsgeschichte und kollektiver Erinnerung – von den baskischen Pionieren des Mittelalters bis zu den großen Fangflotten des 19.
Jahrhunderts.

Bildquelle: Dritte Theil, Warhafftige Relation. Der dreyen newen vnerhörten, seltzame Schiffart, so die holländischen vnd seeländischen Schiff gegen Mitternacht, drey Jar nach einander, als Ano 1594. 1595. vnd 1596. verricht. Nürnberg, 1602.
© Text: Carsten Rau.
