Die Hanse errichtete in ganz Europa gesicherte Handelshöfe und prägte Städte wie Riga, Reval und Danzig mit deutscher Kultur. Mit starker Flotte und gemeinsamer Ordnung verteidigte sie ihre Freiheit, etwa gegen Dänemark. Der Bund beruhte auf städtischer Selbstständigkeit und wirtschaftlicher Macht. Im 16. Jahrhundert verlor die Hanse an Bedeutung, als Nationalstaaten und fremde Flotten stärker wurden und die Kontore nach und nach verschwanden.
Die Arbeit des Kaufmanns. Handel der Oberdeutschen und Niederdeutschen. Verschiedenheit der Geldwährung. – Die Hansa. Lockerer Zusammenhang der Städte. Die Osterlinge. Der Fischfang und der Hering. Der Hanse in der Heimat. Seine Schiffe. Flotten und Seeraub. Seerecht. – Verkehr in der Baye. Niederlassungen und Höfe des Hansen Schoonen, der Stahlhof in London, Nowgorod, Bergen. Anlage neuer Städte: Riga, Reval, Dorpat, Danzig. Fahrten der Hansen nach niederdeutschen Chroniken.
Im Jahr 1295 zählten die vereinigten französischen und norwegischen Flotten, die in den Kriegen Philipps des Schönen und Eduards I. gegen die Engländer vorgehen sollten (Abb. 79 und 80), über fünfhundert Schiffe, darunter zweihundertsechzig Galeeren und dreihundertdreißig Schiffe verschiedener Größe. Drei Jahrhunderte später waren die Flotten kein bisschen zahlreicher oder mächtiger, wenn auch besser ausgerüstet und organisiert. Im Jahr 1570 schickte Sultan Selim von Konstantinopel...
Alte Traditionen: Lange und breite Schiffe. – Die Dromone. – Die Galeasse. – Die Coque. – Karacken und Galeonen. – Die Große Karacke Franz I. – Karavellen. – Die Bedeutung einer Flotte. – Söldnerflotten. – Achterdeck Soldaten. – Seerecht. – Seehafengerichte. – Navigation auf offener See. – Die Boussole. – Bewachung von Kriegsschiffen. – Türme und ballistische Maschinen. – Artillerie. – Marinestrategie. – Dekorationen und prächtige Ausstattungen von...
Die Burgherren des Mittelalters waren nicht nur militärische Führer, sondern zentral für Verwaltung, Rechtsprechung und wirtschaftliche Organisation ihrer Herrschaftsgebiete. Johann Nepomuk Cori beschreibt in Bau und Einrichtung der deutschen Burgen im Mittelalter, dass Burgen nicht isoliert betrachtet werden können, sondern als politische, wirtschaftliche und juristische Zentren funktionierten. Die Präsenz einer Burg signalisierte die lokale Machtstellung des Burgherrn, der durch...
Das Shōsōin in Nara ist eines der außergewöhnlichsten historischen Archive Japans – nicht nur ein Gebäude, sondern eine Zeitkapsel aus der Nara-Zeit, die den Alltag, die Politik, den internationalen Austausch und die materielle Kultur des 8. Jahrhunderts fast vollständig konserviert hat. Es gehört zum Tempelkomplex des Tōdai-ji und entstand im Umfeld der staatlich organisierten buddhistischen Kultur unter Kaiser Shōmu. Während viele historische Stätten nur indirekt über Texte oder...
Die Nara-Zeit (710–794) markiert einen der entscheidenden Abschnitte der japanischen Geschichte, in dem sich der frühstaatliche Aufbau des Landes erstmals in einer dauerhaft zentralisierten Hauptstadtstruktur manifestierte. Mit der Gründung von Heijō-kyō, dem heutigen Nara, erhielt Japan erstmals eine festgelegte politische Mitte nach chinesischem Vorbild, die Verwaltung, Religion und Herrschaft räumlich und organisatorisch bündelte. Diese Epoche ist weniger durch einzelne spektakuläre...
Kaiser Shōmu gehört zu den prägenden Herrschern der frühen japanischen Geschichte, insbesondere der Nara-Zeit, in der sich der japanische Staat erstmals in einer relativ klar strukturierten, zentralisierten Form herausbildete. Seine Regierungszeit von 724 bis 749 fällt in eine Phase, in der politische Macht, Religion, Verwaltung und Symbolik eng miteinander verflochten waren und in der der Hof versuchte, ein stabiles Herrschaftssystem nach chinesischem Vorbild zu etablieren, ohne dabei die...
Die Taika-Reformen von 645 gehören zu den entscheidendsten Umbrüchen der frühen japanischen Geschichte, weil sie den Übergang von einem lockeren, clanbasierten Herrschaftssystem hin zu einem stärker zentralisierten Staat einleiteten. Der Begriff „Taika“ bedeutet „Große Veränderung“ oder „Große Erneuerung“ und ist zugleich der Name einer Ära, die nach dem politischen Umsturz am Hof des Yamato-Zentrums ausgerufen wurde. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich jedoch weniger...
Das Yamato-Reich gehört zu den entscheidenden Formationsphasen der japanischen Geschichte, in der sich aus einer Vielzahl regionaler Machtzentren erstmals ein dauerhaftes politisches Zentrum herauszubilden begann. Es handelt sich dabei nicht um ein „Reich“ im modernen Sinne mit klar definierten Grenzen oder einem einheitlichen Staatsapparat, sondern eher um ein dominantes Herrschaftssystem, das sich schrittweise im Gebiet der heutigen Präfektur Nara und angrenzender Regionen durchsetzte...