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Frühmittelalterliche Schilde und Schildbuckel aus Bayern

A und B C sind aus dem zu Tafel 3 erwähnten Psalterium in der königlichen Bibliothek zu Stuttgart dargestellt.

 

 

D ein Krieger nach den Pergamentmalereien eines Manuskriptes zu Brüssel. Derselbe ist schon u. a. in dem Werk: Les arts somptuaires par œuvre monumentale, Paris 1858, Bd. I, Pl. 26, dargestellt. Wir geben ihn, um ein Beispiel der Kriegertracht der frühchristlichen Zeit, noch sehr nach Römerart, vorzuführen, aber ganz vorzugsweise seines Schildes wegen, welcher einen birnförmigen goldenen Vorsprung von beträchtlicher Länge hat, auf welchen wir bei der nächsten Tafel 6 zurückkommen werden.

 


D ein Krieger nach den Pergamentmalereien eines Manuskriptes zu Brüssel. Derselbe ist schon u. a. in dem Werke: Les arts somptuaires, Paris 1858, Bd. I, Pl. 26, dargestellt. Wir geben ihn, um ein Beispiel der Kriegertracht der frühchristlichen Zeit, noch sehr nach Römerart, vorzuführen, aber ganz vorzugsweise seines Schildes wegen, welcher einen birnförmigen goldenen Vorsprung von beträchtlicher Länge hat, auf welchen wir bei der nächsten Tafel 6 zurückkommen werden.

E zeigt einen Schildbuckel von Eisen, von oben, und bei F im Profil. Man sieht an seinem vom Rost zerfressenen Rande, dass er mit fünf breiten Nietnägeln auf dem Schilde befestigt war.

G einen ähnlichen von oben und H im Profil gesehen. Die noch daran erhaltenen drei breiten Nietnägel sind von Kupfer; an seiner Spitze befand sich ein Knopf, ähnlich wie er bei F noch sichtbar ist.

Beide Schildbuckel wurden in den Reihengräbern zu Nordendorf bei Donauwörth aufgefunden und befinden sich jetzt im Bayerischen Nationalmuseum. Die Schilde selbst, auf denen sie sich befanden, waren von Holz und mit Leder überzogen. Sie waren nach Römerart rund, während sie später in eine größere, dreieckige Form übergingen. Man fand sie bis jetzt in großer Anzahl, da sie als Ehrenzeichen in die Gräber mitgegeben wurden. Die Schildbuckel zeigen große Verschiedenheit in Form und Größe, wenn sie auch stets mit den vorliegenden verwandt sind.


Text- und Bildquelle: Jakob Heinrich Hefner-Alteneck: Waffen; ein Beitrag zur historischen Waffenkunde vom Beginn des Mittelalters bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Frankfurt am Main, 1903.

 © Carsten Rau