Kaum ein Gegenstand verkörperte die Macht des Römischen Reiches so eindrucksvoll wie seine Feldzeichen. Für den modernen Betrachter erscheinen sie zunächst als militärische Standarten, die den Soldaten auf dem Schlachtfeld Orientierung gaben. Für einen römischen Legionär waren sie jedoch weit mehr. Sie galten als heilige Symbole, als sichtbarer Mittelpunkt der Truppe und als Zeichen göttlichen Schutzes. Wer das Wesen der römischen Armee verstehen will, muss deshalb ihre Feldzeichen...
Spitzhacken und Hämmer aus Knochen und Geweih, wie das auf Seite 252 abgebildete Exemplar, wurden in Skandinavien gefunden. Eines der ursprünglichsten Werkzeuge dieser Art, das bislang in Irland entdeckt wurde, besteht jedoch aus einem Geweihstück eines mächtigen Rothirsches. Es handelt sich nicht um ein natürlich abgeworfenes Geweih, sondern offenbar um eines, das künstlich unterhalb des Geweihansatzes abgetrennt wurde (siehe Abb. 169 auf der folgenden Seite). Das schmale Ende wurde mit...
Alle Völker, die sich überwiegend von Fleisch ernährten, verfügten selbst in den frühesten Entwicklungsstufen ihrer Gesellschaften – lange bevor sie Kenntnisse über die Metallverarbeitung erlangten – über reichlich Material zur Herstellung von Waffen für Krieg und Jagd: die langen Knochen von Tieren. Diese konnten durch schräges Abbrechen, durch Bearbeitung mit scharfem Feuerstein oder durch Abschleifen an rauen Steinen leicht zu Dolchen oder ähnlichen Waffen geformt werden....
Die Arbeit des Kaufmanns. Handel der Oberdeutschen und Niederdeutschen. Verschiedenheit der Geldwährung. – Die Hansa. Lockerer Zusammenhang der Städte. Die Osterlinge. Der Fischfang und der Hering. Der Hanse in der Heimat. Seine Schiffe. Flotten und Seeraub. Seerecht. – Verkehr in der Baye. Niederlassungen und Höfe des Hansen Schoonen, der Stahlhof in London, Nowgorod, Bergen. Anlage neuer Städte: Riga, Reval, Dorpat, Danzig. Fahrten der Hansen nach niederdeutschen Chroniken.
Wer vom Lande in die Stadt kam, der fand unter den fleißigen Bürgern auch allerlei Lust. In manchen Herbergen war Essen und Trinken rühmlich. Dann waren leider die Frauenhäuser, unter strenger Aufsicht des Rates, welche zuweilen zu einer gemütlichen Vorsorge wurde und fast wie Wohlwollen aussah. Dann waren zahlreiche Badestuben, den Bürgern weit wichtiger als jetzt, mit einfacher Einrichtung, sonst ähnlich den modernen irischen Bädern. Aber sie standen nicht immer in gutem Ruf. Es gab...
Eigentümliches des 14. und 15. Jahrhunderts. Das Leben in der Genossenschaft, Wachstum der Städte, Ritterbürtige und Kaufleute. – Handwerker und Innungen. – Das Aussehen einer größeren Stadt um 1300. Umgebung. Das Stadtvieh. Das Pflaster, Wasser, die Straßen, Kirchen, Schulen und Rathaus, Glocken und Uhren. – Ein Markttag. Die Arbeit der Handwerker. Frachtwagen. Gäste und Gastspenden. Die Bäder. Die Ritterbürtigen vom Lande. – Das Leben im Hause, Kleidung, Speise und Trank.
Die Domestikation des Pferdes in Europa war ein langwieriger und vielschichtiger Prozess, der weit über den einfachen praktischen Nutzen hinausging. Pferde prägten nicht nur die wirtschaftliche und militärische Entwicklung Europas, sondern hatten auch einen tiefgreifenden Einfluss auf die soziale Struktur und die Kultur des Kontinents. Sie symbolisierten Macht, Wohlstand und Mobilität und spielten eine Schlüsselrolle in der Entwicklung von Gesellschaften über Jahrtausende hinweg.
Die Burgen des Mittelalters waren nicht nur militärische Anlagen, sondern Zentren höfischer Gesellschaft und Kultur. Feste und Bankette dienten der Repräsentation, der Pflege sozialer Beziehungen und der Unterhaltung. Dazu entwickelten sich über die Jahrhunderte präzise Regeln des Verhaltens bei Tisch, die Körperhaltung, Umgang mit Speisen und Getränken sowie höfliche Formen der Ansprache bestimmten. Bereits im 13. Jahrhundert notierte der Dichter Tanhäuser aus dem...
Nur wenige Schlachten der römischen Geschichte standen so sehr an der Grenze zwischen Untergang und Rettung wie die Schlacht von Naissus. Als sich im Jahr 268 oder wahrscheinlicher 269 n. Chr. in den Ebenen des heutigen Südserbiens Römer und Goten gegenüberstanden, war das Imperium kaum noch wiederzuerkennen. Die Grenzen wurden an mehreren Fronten gleichzeitig angegriffen, Kaiser kamen und gingen in rascher Folge, Legionen erhoben ihre eigenen Feldherren zu Herrschern, ganze Provinzen...
Kaum eine Schlacht der Antike hat die Menschen über mehr als zweieinhalb Jahrtausende so fasziniert wie die Schlacht bei den Thermopylen. Der Name des schmalen Gebirgspasses in Mittelgriechenland ist längst zum Sinnbild für Mut, Opferbereitschaft und den Kampf einer kleinen Streitmacht gegen eine scheinbar überwältigende Übermacht geworden. Bis heute kennt fast jeder die Geschichte der 300 Spartaner unter ihrem König Leonidas. Doch die Wirklichkeit war weitaus vielschichtiger als die...